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Ringtausch im Schulzentrum Kalkar: Gymnasium fast fertig

Schulbau : Umzug des Gymnasiums Kalkar hat begonnen

Die Fünfer und Sechser haben die neuen Räume schon bezogen, der Rest der Kalkarer Gymnasiasten zieht im Herbst um:

Es war alles andere als eine Kleinigkeit. Aus der schlichten Idee „Grundschule zieht in die leerstehende Hauptschule“ wurde ein Ringtausch und im Anschluss eine Komplettsanierung von Teilen des Kalkarer Schulzentrums. Die Kosten stiegen in ungeahnte Höhen und sorgten für Ärger bei Politik und Verwaltung. 3,7 Millionen Euro sind inzwischen in das Bauprojekt investiert worden, und wenn das auch deutlich mehr ist als erwartet, so macht das Ergebnis zumindest die Hauptbetroffenen doch sehr zufrieden: Die Schüler und Lehrer des Gymnasiums finden ihre „neue“ Schule schön, und Schulleiterin Susanne Janßen führte die Presse nun gemeinsam mit Bürgermeisterin Britta Schulz gerne durch die modernen Räume.

Der erste Eindruck: Das 40 Jahre alte Gebäude ist plötzlich ein heller, freundlicher Ort. Optimismus versprühende Farben an den Wänden, helle Bodenbeläge, zeitgemäße Technik, die selbst aus Tafeln – einst dunkelgrün und für quietschende Kreide gedacht – weiße Hightech-Elemente macht. Die Direktorin, selbst Englischlehrerin, schwärmt von den heutigen Möglichkeiten gerade zum Sprachen lernen. „Mit Hilfe der Dokumentenkamera kann man jede Buchseite, jede Hausaufgabe im Heft und jeden kleinen Gegenstand wie diesen Schlüssel für alle Schüler in gewünschter Vergrößerung ans Whiteboard werfen“, erzählt und zeigt sie. Und ein solches Wundergerät gibt es künftig in jedem Klasssenraum.

Was noch auffällt und Pädagogen strahlen lässt: Die neuen Akustikdecken schlucken viel ungewollten Schall. „Wenn Sie 30 Kinder in einer Klasse haben, kann das gerade bei den Kleinen schon ziemlich laut werden. Es ist eine Riesenerleichterung, den Unterschied zu erfahren.“ Mit dem neuen Lichtkonzept wurden energiesparende und dabei leistungsstarke Leuchten installiert, die hellgrünen oder gelben Flächen an den Wänden scheinen zusätzliche Helligkeit zu bringen. Kein Wunder, wenn man weiß, dass vorher viele Wände mit dunkler Holzpaneele vekleidet waren. Dies kombiniert mit rotem Klinker machte den 70-er-Jahre-Charme aus, der damals angesagt war, sich inzwischen aber überlebt hat. Auch das Architektenbüro Ader & Kleemann ging mit der Zeit und akzeptierte, was die Fachleute für Farbe und Innengestaltung rieten.

Ob gelb, grün oder blau – in jedem Klassenraum und auf den Fluren gibt es jetzt eine farbige Wand, der PVC-Belag auf den Böden ist überall dezent hellblau. Auch gibt es viel Platz, denn die Räume der früheren Hauptschule sind deutlich größer als die im Gymnasium. Trotz Tischen und Stühlen für je 30 Kinder bleibt viel freier Raum. Das schafft ein angenehmes Gefühl und ermöglicht es auch den beiden blinden bzw. stark seh-behinderten Schüler, ihr technisches  Equipment problemlos unterzubringen.

Bis zu den Herbstferien soll es allen Jahrgangsstufen möglich sein, in die neuen Räume zu wechseln, die Verwaltung dürfte Ende des Jahres so weit sein. Bis dahin arbeiten die Direktorin und die Sekretärin in ordentlichen Provisorien, damit im ehemaligen Verwaltungstrakt auch schon umgebaut werden kann. Der jetzt als Lehrerzimmer genutzte Raum wird ein großzügiger Musiksaal.

Noch ein gutes Stück Arbeit ist im total entkernten „Trakt D“ nötig, in dem unter anderem naturwissenschaftliche Räume eingerichtet werden. Bis die Chemie-Räume nutzbar sind, zeigt sich die Realschule als gastfreundlicher Nachbar.

Was auch noch nicht fertig ist, ist der Schulhof. Die Schülermitverwaltung und der Förderverein wollen angespartes Geld in die Gestaltung fließen lassen. Und all die vielen „Nebenräume“, die das Schulleben komplettieren, werden genauso wenig dem Zufall überlassen. Ob Hausaufgabenhilfe, Caféteria oder Schülerbibliothek: alles wurde bedacht. 560 Schüler und 54 Lehrer (inklusive Referendare) sollen sich wohlfühlen. Die Umgestaltung des Gymnasiums zur Grundschule soll deutlich weniger aufwändig sein. Der Plan: Umzug im Sommer 2020.