Goch: Riesen-Bordell eröffnet in Goch neu

Goch : Riesen-Bordell eröffnet in Goch neu

Das "FKK van Goch" an der Benzstraße wird umgebaut und erweitert. Der Betrieb nutzt zukünftig auch das Gebäude, das bisher dem CDU-Vorsitzenden Josef Thonnet gehörte. Chefin Ulla Oberender: "Größter Saunaclub in ganz NRW."

An der Benzstraße im Gocher Gewerbegebiet herrscht derzeit reges Treiben. Die ehemalige Werkstatt der Firma Thonnet wird kernsaniert, der neue Besitzer ist der bisherige Nachbar: Das Bordell "FKK van Goch". Im Januar hat das Haus bereits den Besitzer gewechselt. "Einen Käufer zu finden, war generell nicht das Problem. Da gab es genug Interessenten", sagt Kaufmann und CDU-Parteivorsitzender Josef Thonnet. Nach einigen Verhandlungen hätte man sich nun für den Verkauf an den Erotik-Betrieb entschieden. "Auch aufgrund der guten nachbarschaftlichen Beziehungen, die wir zu Familie Oberender haben", sagt Thonnet.

Chefin Ulla Oberender mit ihren Hunden "Gismo" und "Püppi". Foto: Evers, Gottfried (eve)

Das Ehepaar Ulla und Johannes Oberender leitet den Betrieb. Über den genauen Kaufpreis hat man Stillschweigen vereinbart. Zu den bisherigen 1500 Quadratmetern im Bordell kommen jetzt noch einmal etwa 2000 Quadratmeter hinzu. 14 neue Zimmer inklusive eines großzügigen - und blickdicht abgeschirmten - Außenbereichs. "Damit sind wir der größte Saunaclub in ganz Nordrhein-Westfalen und einer der größten in Deutschland", sagt Ulla Oberender. Die Chefin kennt gut sich in der Branche aus - besucht für ein Format des Privatsenders RTL II andere Bordelle in Deutschland, denen es wirtschaftlich nicht so gut geht, wie dem "FKK van Goch". In dem Haus selbst erinnert praktisch nichts mehr an die ehemalige Nutzung durch die Firma Thonnet. Goldene Mustertapeten dominieren jetzt das Bild, auch die Einrichtung wurde komplett ausgetauscht.

Platznehmen im neuen Teil: Ulla Oberender mit Mirella und Nicole. Foto: Evers, Gottfried (eve)

Zu den 15 Frauen, die bisher in dem Saunaclub gearbeitet haben, kommen jetzt noch einmal zehn weitere dazu. Alle im Alter zwischen 21 und 41 Jahren, alle haben ein eigenes Gewerbe angemeldet. "Die Nachfrage ist groß. Ich könnte noch einmal 25 Frauen aufnehmen. Aber so viel Platz haben wir nicht", meint die Chefin. Auch wenn die Gästezahlen ein Betriebsgeheimnis bleiben: "Wir haben stetig steigende Zahlen", sagt Ulla Oberender.

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Das liege auch am guten Ruf, den sie und das Haus genießen. "Wir wollen Transparenz, um zu zeigen, dass hier alles mit rechten Dingen zugeht. Menschenhandel ist seit der Öffnung der Grenzen ein größer werdendes Problem in der Branche, auch an der Hygiene scheitert es oft", sagt die Chefin. Sie möchte zeigen, dass es in Goch anders - nämlich viel besser - läuft. Alle zwei Wochen kommt ein Gynäkologe, um die Frauen zu untersuchen. Und: "Sogar Sternekoch Klaus Küster kocht für uns", erzählt Oberender. Diesen kennt man normalweise aus dem Weezer Ausflugslokal "Jan an de Fähr". Man setze an sich selbst eben die höchsten Ansprüche. "Das ist nicht der Großteil der Branche, der so arbeitet", meint die Chefin.

Seitens der Stadt hat es keine Einwände gegen die Vergrößerung des Betriebs an der Benzstraße gegeben. "Das war ein normales Genehmigungsverfahren wie jedes andere auch", meint Stadtsprecher Torsten Matenaers. Die Anfrage für eine Nutzungsänderung des Gebäudes sei regulär bearbeitet worden. "Da müssen natürlich Dinge wie Brandschutz berücksichtigt werden. Von unserer Seite war aber alles rechtens", erklärt Matenaers. Warum auch nicht: "Wir sind schließlich eine Genehmigungs- und keine Verhinderungsbehörde", sagt er.

Auch die gebürtige Gelsenkirchenerin Ulla Oberender betont, wie zufrieden sie mit dem Standort ist. "Die Stadt Goch ist sehr kooperativ. Genauso wie die Polizei oder die Feuerwehr", meint die Chefin. "Da überlegt man schon, ob man hier nicht ganz sesshaft wird." Auch die Sexsteuer, die zwischenzeitlich die Gemüter erhitzte, hat sich mittlerweile längst etabliert. Drei Euro pro angefangenen zehn Quadratmetern Betriebsfläche nimmt die Stadt Goch - Sanitäranlagen ausgenommen. Mit der Vergrößerung des Betriebs nimmt die Stadt also automatisch auch mehr Steuern ein.

Seit 2006 befindet sich "FKK van Goch" an der Benzstraße. Ganz bewusst habe man damals eine Immobilie im Gewerbegebiet gesucht, betont Ulla Oberender. "Bordelle in Wohngebieten sollten meiner Meinung nach verboten werden. Das hat auch etwas mit Kinder- und Jugendschutz zu tun", meint die Chefin. Es dürfe nicht sein, dass sich Schulen oder Kindergärten in direkter Nachbarschaft befänden. "Aber auch das kommt vor", sagt sie.

(RP)
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