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Goch: Rat lehnt Friedwald in Pfalzdorf ab

Goch : Rat lehnt Friedwald in Pfalzdorf ab

Anfangs waren die Vertreter der Steinmetze wohl enttäuscht. Denn ihre Anfragen zum Friedwald durften sie im Rat nicht stellen. Bürgermeister Karl-Heinz Otto verwies auf die Geschäftsordnung, die Fragen von Zuschauern zu Themen der Tagesordnung nicht zulasse.

Am Ende werden diese Zuhörer dann aber wohl doch zufrieden nach Hause gegangen sein. Denn mit 23 Gegenstimmen lehnten die Politiker einen Friedwald im Tannenbusch ab.

Ausgerechnet Ulrich Knickrehm (BFG) und Karl-Heinz Bremer (CDU), die sich kurz zuvor noch eine heftige Debatte geliefert hatten (siehe Artikel oben), waren beim Thema Friedwald einer Meinung. Das sei ein sehr persönliches Thema, das jeder mit sich selbst ausmachen müsse. In den Fraktionen sei intensiv darüber diskutiert worden. Es gehe da um eine echte Gewissensentscheidung, daher werde es auch keinen Fraktionszwang geben. Knickrehm wie Bremer lehnten den Friedwald ab.

Ganz anders sah das Ludwig Kade von der ZIG: "Gehen Sie doch mal zum Bestatter und lassen sich bestatten", sagte Kade etwas unfreiwillig komisch bei dem ernsten Thema. Dort zahle man das Zehnfache wie bei einer Beisetzung im Friedwald. "Wir haben heute keine Friedhofskultur mehr, nur ganz wenige pflegen noch die Gräber ihrer Angehörigen." Viele Kinder würden inzwischen weit weg wohnen, da sei ein Friedwald eine gute Alternative. So sah es auch Gerd Engler (SPD). Die Entscheidung, wie er beigesetzt werden solle, solle jedem selbst überlassen werden. "Ich halte einen Friedwald für eine zusätzliche Alternative, die man anbieten sollte."

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Eine Rolle beim Votum gegen den Friedwald spielte sicher auch, dass Wolfgang Jansen zu Beginn der Beratung darauf hingewiesen hatte, dass ein ähnliches Angebot wie ein Friedwald in begrenztem Rahmen auch auf den bestehenden Friedhöfen möglich sei. Der Betriebsleiter der Vermögensbetriebe hat dabei den Waldfriedhof Nierswalde im Auge. Hier wäre dann allerdings im Unterschied zum Friedwald im Tannenbusch nur die Beisetzung von Gocher Einwohnern möglich.

Wie mehrfach berichtet, wollte die Friedwald GmbH eine Begräbnisstätte im Tannenbusch einrichten.

(zel)