Ralf Seeger dreht für "harte Hunde" in Goch

TV-Serie "Harte Hunde" : Harte Hunde mit Handicap

Heute Abend strahlt Vox die neue Folge der TV-Serie "Harte Hunde" des Kranenburger Tierschützers Ralf Seeger aus. Die Dreharbeiten fanden im März statt. Maßgeblich mit angepackt hat die HandyCap-Mannschaft von Concordia Goch.

Wo Ralf Seeger ist, wird angepackt. So viel steht fest. Mit Pferdeschwanz, markanten Tätowierungen und dem Herz auf der Zunge avancierte der Kranenburger in den vergangenen Jahren als Tierschützer zu einer festen Größe der deutschen Fernsehwelt. Früher als Profisportler im Boxen und Freefighting unterwegs, rettet Seeger heute Tiere und ihre Heime. Heute Abend, 19.10 Uhr, strahlt Vox die neue Folge seiner TV-Serie „Harte Hunde – Ralf Seeger greift ein“ aus. Jüngst nahm sich der Tierretter der Modernisierung des Bertha-Bruch-Tierheims in Saarbrücken an. „Das war eine besondere Mission, weil dort Hunde leben, die besonders schwer vermittelbar sind“, sagt Ralf Seeger im Gespräch mit unserer Redaktion. Alleine aber könne er solche Projekte nicht stemmen. Daher sucht sich Seeger immer wieder helfende Hände. Zur Seite steht ihm das Team der „Harten Hunde“, das die Vox-Produzenten formiert haben. Doch auch aus Goch gab´s Schützenhilfe.

Die Ü16-Fußballmannschaft von Jugendlichen mit körperlicher oder geistiger Einschränkung des Sportvereins Concordia Goch war in Saarbrücken mit dabei. „Vor der Kamera zu stehen, war für die Jungs eine ganz besondere Erfahrung. Das werden sie nie wieder vergessen“, sagt Uwe Peters, der die „HandyCap“-Mannschaft seit vielen Jahren betreut. Die Zusammenarbeit hat eine Vorgeschichte: Die Sportler der Concordia halfen bereits mit, als am Tierheim in Emmerich-Hüthum, eine Dependance der Einrichtung in Kranenburg-Mehr, ein neuer Zaun hermusste. „Ich wusste, dass die Jungs gut mitanpacken können. Sie haben mir damals in Emmerich versprochen, dass ich mich immer melden kann, wenn ich mal Unterstützung brauche“, sagt Ralf Seeger. Dazu kommt: Jüngst erspielten die HandyCap-Spieler bei einem Benefizkonzert eine Tonne (!) Hundefutter für die Arbeit des Kranenburger TV-Protagonisten.

Die wichtigste Aufgabe der Nachwuchskicker aus Goch: Neuen Boden für die Hundeausläufe legen. Foto: concordia
Arbeit schweißt zusammen – weiß Ralf Seeger. Foto: concordia

Zu Beginn des vergangenen Jahres rief Seeger seinen Freund Uwe Peters an. Er brauche Hilfe bei einem besonderen Projekt in Saarbrücken. Sofort sagte der Übungsleiter zu und organisierte einen Bus, der die 25-köpfige Gruppe mit Eltern und Betreuern an die französische Grenze brachte. „Wir bekommen als Behindertenmannschaft immer so viel Unterstützung, da sollten wir der Gesellschaft auch mal etwas zurückgeben“, sagt Peters weiter. Genau diese Hilfsbereitschaft präsentiert die Sendung nun einem Millionenpublikum. Entstanden sind besonders kameradschaftliche Erfahrungen. „Wir haben dort unten unfassbare Momente erlebt. Ich habe, glaube ich, in meinem Leben noch keine Gruppe erlebt, die so aufrichtig miteinander umgeht wie die Jungstruppe von Concordia Goch“, sagt Seeger weiter. Die Nachwuchskicker sorgten für neue Zäune, besserten Wege und Gehege aus, legten neue Böden in Hundeausläufen und renovierten die Dächer des Tierheims. Das Ziel: ein schöneres Zuhause für Rassehunde, die an neue Herrchen kaum zu vermitteln sind. Ralf Seeger spricht dabei von tierischen „Langzeitinsassen“, die eine „kriminelle Vergangenheit“ hätten. Viele der Hunde dürfen nur mit Maulkorb vor die Pforten des Heims. „Das macht es so schwierig, sie an den Mann zu bringen“, sagt Seeger. Umso wichtiger sei es ihm zu Folge, die Zeit im Tierheim so schön wie möglich zu gestalten. Dass die Concordia-Kicker sofort zugesagt hätten, mitanzupacken, werde Seeger ihnen nie vergessen. „Dafür sind wir wahnsinnig dankbar“, sagt Seeger. So könne sich der Kult-Tierschützer vorstellen, bei zukünftigen Missionen erneut die Telefonnummer von Uwe Peters zu wählen. Heute Abend aber steht erst einmal „Rudelgucken“ auf dem Programm. Im Vereinsheim von Concordia Goch schaut die HandyCap-Gruppe gemeinsam fern. „Das wird für die Jungs ein irres Gefühl sein, sich selbst im Fernsehen zu sehen“, sagt Trainer Peters.