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Queeken in Keppeln feierten jecke Geburtstagsparty

Karneval : Queeken feierten jecke Geburtstagsparty

Zum 70. Geburtstag hatten die Keppelner Karnevalisten ein begeisterndes Programm mit so manchem Überraschungsgast vorbereitet.

(cbr) Wenn lokale Büttenredner und bekannte Comedians in der Umkleide gemeinsam das Buffet plündern, wenn niemand ohne Zugabe aus dem Saal gelassen wird und wenn immer wieder bezaubernde Tänzer Bühne und Herzen der Jecken im Sturm erobern – dann wird Karneval im Queekendorf Keppeln gefeiert. Zum 70. Geburtstag ihres Vereins luden die Aktiven der Karnevalsgesellschaft ihr Publikum zu einer 4,5-stündigen Geburtstagsparty ein.

Auf der Bühne: viel für die Augen. Das quirlige Miniballett. Der phantasievolle Showtanz der Teenies zu Mary Poppins. Der Gardetanz des Queekenballetts, das die Zuschauer später noch in die wunderbare Welt der Schokoladenfabrik entführte. Das Männerballett der Landstreichler, das sich mit seiner akrobatischen Darbietung einmal mehr selbst übertroffen hat. Die Playback-Show, die nebenbei für Toleranz und Vielfalt warb. Und natürlich Solo-Mariechen Melissa Koenen mit einem Tanz der Extraklasse.

René Steinberg eröffnete den Reigen der Überraschungsgäste und rief dem Publikum zu: „Keppeln! Ihr seid das Epizentrum des Karnevals in Nordrhein-Westfalen!“ Foto: Evers, Gottfried (eve)

Auf der Bühne: viele tolle Gäste. Die Reitergarde aus Goch, die den Saal zum Brodeln brachte. Das Gocher Prinzenpaar. Als erster Überraschungsgast René Steinberg, bekannt aus dem WDR und mittlerweile zum dritten Mal im Queekendorf. Auch auf der närrischen Bühne hatte er sein Publikum und den Elferrat um Präsident Robert Terheiden fest im Griff und sichtlich Spaß dabei. „Keppeln! Ihr seid das Epizentrum des Karnevals in Nordrhein-Westfalen!“, rief er den begeisterten Jecken zu. Und dann als zweiter Überraschungsgast „Der unglaubliche Heinz“ (Groening), der am Ende ebenfalls mit stehenden Ovationen gefeiert wurde.

Auf der Bühne aber vor allen Dingen: sechs Bütten, bei denen kein Auge trocken blieb. Auch wenn es die Paraderolle von Queeken-Chefin Steffi Neu ist, stand als Gartenthor-Vertreter bei der ersten Sitzung Stephan Hünting in der Bütt. Denn Steffi Neu musste zu einer Fernsehaufzeichnung nach Aachen. Ihre mit spitzer Feder geschriebenen Reime über Dorf- und Weltgeschehen zündeten. Dass Hünting sich dabei selbst durch den Kakao ziehen musste, sorgte für Extra-Lacher.

Erfrischend frech: Fini Bremers, 13 Jahre alt, deren spontane Wortgefechte mit Robert Terheiden ebenso gut ankamen wie ihre Berichte aus dem Leben eines Dorfkinds. Wieder aufgetaucht ist „Buur Jan“ alias Andi Bodden, im Zwiegespräch mit „Ludmilla aus Kasachstan“ umwerfend komisch, teils auf platt, teils mit russischem Akzent.

Als „Bruckse“ erzählte Ralf Kerkmann Geschichten aus dem Eheleben und seinem ersten – und vermutlich letztem – Saunabesuch: „Körper, wie Gott sie schuf – und Fastfood sie formte.“

Mit Eis und Sonnenschirm erinnerte Finn Baumann an den vergangenen Sommer, bevor Marco und Lukas Aymans trotz vorgerückter Stunde mit ihrem Dialog das Publikum fesselten. Wortwitz, Timing und auch Gesang machen die Brüder zu einem Garanten für eine gelungene Bütt.

Beim Finale wurde nicht nur das Queekenlied gesungen. Zum 70. Geburtstag gab es ein umgedichtetes Ständchen zur Melodie von „Cordula Grün“. Der Refrain ist Programm in Keppeln: „Queeken am Stein, wir feiern nicht gern allein.“