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Goch: Q-Base rechnet mit 35 000 Besuchern

Goch : Q-Base rechnet mit 35 000 Besuchern

Das Ereignis ist fest in niederländischer Hand. Dennoch hat die Gemeinde Weeze mit der Vorbereitung des Techno-Events "Q-Base" auf dem Airport-Eventgelände reichlich zu tun. Alle Eventualitäten müssen bedacht werden.

Sie könnten ächzen wegen der vielen Arbeit. Aber das tun sie nicht, die Mitarbeiter des Weezer Ordnungsamts und der Feuerwehr. Denn die Voraussetzungen für ein möglichst störungsfreies Großereignis zu schaffen ist auch spannend. "Das ist mal eine vom Tagesgeschäft losgelöste Aufgabe, die mir Spaß macht", sagt Georg Koenen, Leiter des Fachbereichs Ordnung und Soziales. Und Feuerwehrchef Michael merkt an: "Unter unseren Jungs sind ja auch viele, die die Musik gut finden." Schon deshalb sei es kein Problem, im vergleichsweise jungen Weezer Feuerwehr-Team genügend Freiwillige zu finden, die den Q-Base-Dienst übernehmen.

 Koenen (rechts) und Winthuis mit den Plänen zur Veranstaltung.
Koenen (rechts) und Winthuis mit den Plänen zur Veranstaltung. Foto: nik

"In diesem Jahr bereitet sich der Veranstalter auf eine neue Größenordnung vor", erklärt Koenen. Mit 35 000 Gästen werde gerechnet - das ist dreimal so viel, wie die Gemeinde Weeze Einwohner hat. Kein anderes Ereignis in der Umgebung zieht so viele Menschen an. "Dabei kommen ganz überwiegend Niederländer", weiß Koenen. Seiner Wahrnehmung nach sind fast alle Busse, die am 13. September das Festival-Gelände anfahren, mit gelben Nummernschildern ausgestattet. Ein paar aus Österreich und der Schweiz sind wohl auch dabei. "270 Busse sind angemeldet - mit ihnen kommt ungefähr die Hälfte der Besucherzahl." Dafür, dass die übrigen den Verkehr rund um Weeze nicht lahmlegen, sorgt zum einen die Polizei, die sich an wichtigen Einmündungen postiert, zum anderen hilft auch die zeitliche Struktur des Events. "Die Leute kommen ja nicht alle zur gleichen Zeit. Die ersten erreichen das Gelände gegen 16 Uhr, viele kommen auch deutlich später. So entzerrt sich der Verkehr gut", weiß Koenen.

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35000 Besucher - das ist eine Größenordnung, die der Fachbereich Ordnung zum Anlass nahm, das ganze Thema Sicherheit neu aufzurollen. Immer das Drama der Duisburger Love-Parade im Hinterkopf, wurden alle Eventualitäten bedacht. Wobei das in Duisburg größte Problem - der Zusammenhang von Enge und Notausgängen - in Weeze so nicht besteht, denn das Gelände ist riesig. Koenen: "Der Veranstalter musste ein komplett neues Sicherheitskonzept vorlegen. Wir werden vor dem Beginn der Q-Base alle Fluchtwege kontrollieren, damit da nicht plötzlich eine Pommesbude im Weg steht. Und dann bleiben wir auch während der Veranstaltung in großer Besetzung vor Ort."

Winthuis hat Zahlen parat: "Es werden rund 50 Feuerwehrleute in zwei Schichten auf dem Gelände sein. Neben der Führung und dem Löschzug aus Weeze bekommen wir Unterstützung durch eine Gruppe aus Kevelaer. Zwei Löschfahrzeuge werden auf dem Gelände in Bereitschaft sein, die Führung wartet mit dem Einsatzleitwagen der Kreisfeuerwehr am Petrusheim. Im Fall eines Großschadensereignisses übernähme der Kreisbrandmeister die Einsatzleitung." Was denn passieren könnte? Ein Brand natürlich bei so viel Elektrik, aber auch Starkregen könnte eine Massenpanik auslösen. Während die Veranstalter ein Unwetter natürlich nicht verhindern (nur voraussehen) können, soll ein Brandschutzgutachten die Wahrscheinlichkeit eines Feuers äußerst gering halten. Im Ernstfall ist die Feuerwehr nicht auf sich gestellt: 100 Sanitäter der Johanniter aus Dinslaken unterstützen sie, zudem hat der Veranstalter rund 250 Sicherheitsleute gebucht. "Ein Security-Mann für 150 Besucher ist Pflicht", sagt Koenen.

Um jegliches Risiko möglichst gering zu halten, dürfen die Gäste weder Essen noch Getränke mitbringen, auch keine Rucksäcke - am Eingang wird intensiv kontrolliert. Bei Techno und Rave sollen ja auch Drogen schon mal eine Rolle spielen. Darauf ein scharfes Auge zu haben ist (schwierige) Sache der Polizei. Die Flughafenfeuerwehr ist übrigens bei der Q-Base außen vor. Sie ist ausschließlich für den Flugverkehr zuständig und muss zu dessen Sicherheit in ständiger Einsatzbereitschaft sein.

Die Bürger von Weeze oder Wemb werden - je nachdem, wie der Wind steht - zumindest das Wummern der Bässe sicherlich hören. Georg Koenen, Winthuis und viele andere "unfreiwilligen" Teilnehmer schützen sich mit Ohrstöpseln. Die zahlenden Gäste (meist zwischen 18 und 28 Jahren alt) verzichten darauf, sie kommen ja gerade wegen der extremen Beschallung.

(RP)