Goch: Produkte als "Fenster in eine andere Welt"

Goch : Produkte als "Fenster in eine andere Welt"

Fair gehandelte Waren werden immer beliebter, das merken auch die Ehrenamtler bei GoFair in Goch.

Produkte und deren Entstehungsgeschichten gibt es reichlich im "GoFair", dem eine Welt-Laden in Goch. 37 Aktive stellen dort in doppelt besetzten Schichten ehrenamtlich sicher, dass Produzenten der Lebensmittel und Geschenkartikel einen fairen Preis bekommen. "Viele haben kein wirkliches Bild davon, unter welchen Bedingungen Menschen in Afrika, Südamerika oder Asien Handwerkliches herstellen", so Monika Riße.

Sie bildet zusammen mit Karin Krämer-Smit und anderen den Vorsitz der ökumenischen Eine-Welt-Gruppe. "Es ist schade, dass wir mit unserer Arbeit immer noch eine Nische besetzen", bedauert Krämer-Smit.

Was Fairer Handel ist und warum sie sich dafür engagiert, bringt Monika Riße auf den Punkt: "Ich möchte mit dem was ich esse und trinke keinem anderen Menschen auf der Welt schaden". Sei es durch nicht auskömmliche Preisdiktate großer Konzerne oder unmenschliche, die Gesundheit gefährdende Arbeitsbedingungen sowie Kinderarbeit.

Der Gegenentwurf sind Waren, die von Einzelpersonen oder kleinen Kooperativen gefertigt und hier von Fairtrade-Organisationen weiterverkauft werden. Sie unterstützen die lokale Wirtschaft einer Region strukturell und nachhaltig.

Die Mitarbeitenden im GoFair kaufen Waren ein, die "kleine Fenster in eine andere Welt" sind. So gibt es viele Geschenkartikel im Laden am Steintor nur einmal, statt zehnmal in verschiedenen Größen.

Ohne das Ehrenamt im GoFair müssten die Preise der Waren höher sein und hätten es noch schwerer, am Markt zu bestehen. Wobei die Qualität der Lebensmittel durchaus den höheren Preis rechtfertigt. Mit dem Dritte-Welt-Kaffee aus früheren Jahrzehnten ist das aktuelle Sortiment nämlich nicht mehr zu vergleichen.

Das Bewusstsein der Menschen ändert sich jedoch langsam, freuen sich die Gocher, weitere Eine-Welt-Läden gibt es mittlerweile in Xanten, Kleve, Kalkar, Kevelaer und Geldern. Und auch in Supermärkten finden sich inzwischen viel mehr fair gehandelte Produkte. Es sind bei weitem nicht nur die Besserverdienenden, die faire Schokoladen, Tee und Kaffee kaufen: "Menschen aus dem Niedriglohnsektor haben Verständnis für Menschen, die ausgebeutet werden", so Riße und Krämer-Smit.

(RP)
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