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Prinzentreffen im Gocher Gürzenich

Karneval : Buntes Prinzentreffen in Goch

Zwanzig Karnevalsvereine aus der Region, elf Prinzenpaare und weitere Tollitäten gaben sich im „Gocher Gürzenich“ ein Stelldichein. Die Musik- und Tanzdarbietungen begeisterten 1200 Gäste.

Mit einem Musik-Programm der Extraklasse, rasanten Gardetänzen und einem vielfarbigen Aufgebot an Prinzen und Prinzessinnen geriet auch der zweite Höhepunkt des Gocher Saal-Karnevals, das 28. niederrheinische Prinzentreffen in der Sporthalle des Gymnasiums, zu einem karnevalistischen Hochgenuss für Gäste und Akteure.

Die 1200 Besucher bereiteten einen grandiosen Empfang für 20 Vereine und Abordnungen, elf Prinzenpaare, zwei Prinzessinnen, vier Prinzen, ein Dreigestirn und ein Kinderprinzenpaar. Die Tollitäten, etwa ein Drittel aus dem niederländischen Nachbarland, zogen hintereinander in den „Gocher Gürzenich“ ein, bevölkerten die Riesenbühne und boten eine Farbenpracht, wie nur der Karneval sie kennt.

Dies betonte auch Jürgen Hemmers, neuer Sitzungspräsident des RZK und Routinier im Karneval, nah am Publikum und mit dem richtigen Gespür für den Moment. Er begrüßte besonders das Gocher Kinderprinzenpaar des Kolping Komitees Jonas I. und Leonie I. Auch das frisch gekürte Gocher Prinzenpaar, Christian II. Rothgang und Lisa II. Hinkelmanns, fühlten sich bereits sichtlich wohl auf der närrischen Bühne. Prinz Christian genoss die Vielfalt um ihn herum und holte ganz speziell Prinz Tobias den Stimmungsvollen aus der Nachbarstadt Kleve an seine Seite und lobte, dass dieser trotz vieler Termine nach Goch gekommen war. Auch Prinzessin Lisa dankte dem Publikum für den „wunderschönen“ Empfang.

Sogleich startete das Musik- und Tanzprogramm mit einer zündenden Darbietung der Funkengarde des Karnevals Club Concordia (KCC), prinzstellender Verein in dieser Session, zu einem rockigen Musik-Mix. „Das ist wirklich Hochleistungssport“, sagte Jürgen Hemmers und erwähnte, in der Session stünden 300 Auftritte mit diesem Tanz auf dem Programm, fügte er hinzu. Stolze Trainerin der sportlichen Tänzerinnen ist Prinzessin Lisa II. Annika Veltkamp, ihre Adjutantin, steht ihr auch beim Coaching der grün-weißen Funken zur Seite.

Als „kölsche Seelen in Lederhosen“ sagte der Sitzungspräsident den folgenden musikalischen Top-Act an. Die „Boore“ aus Köln kannten sich aus in Goch, wo sie bereits mehrmals zum Prinzentreffen aufgetreten waren. Frontmann Hendrik „Hein“ Brock, in der Band zuständig für „Stimme, Stimmung und Sexappeal“ ging sofort auf Tuchfühlung mit dem Publikum mit dem erklärten Ziel, „maximale Emotion“ hervorzulocken. Das gelang auch, weil er nicht aufgab. Schließlich waren alle auf den Beinen, tanzten und klatschten zu „So oder so“ oder schunkelten zu romantischen Klängen. Prinz Bart von den Preijas aus Afferden führte sogleich eine Polonaise durch den Saal. Es gab Zugaben, Ohrwürmer inklusive, und die Zuschauer waren angekommen. Der richtige Moment für die 17 Tänzerinnen der 1. GGK Rot-Weiß, um in goldschillernden Kostümen ihren Showtanz zum Thema „James Bond“ vorzuführen. Zu den Titelmelodien vieler Bond-Streifen präsentierten sie eine anspruchsvolle und rasante Choreografie. Großer Beifall begleitete Tanz und Zugabe.

„Der Gocher Musikverein darf nie fehlen“, hatte Jürgen Hemmers im Vorfeld des Prinzentreffens gesagt, und so gaben die Musiker unter der musikalischen Leitung von Steffen Beniers und Timon Valentin ein grandioses Heimspiel. Spontan holte Prinz Christian dazu die erste Vorsitzende des KCC, Heidi Meesters, auf die Bühne für einen galanten Tanz – das Publikum war begeistert.

Ein weiteres tänzerisches Highlight war der blau-weiß funkelnde Gardetanz der IPK aus Pfalzdorf. „Ihr seid ein Mega Publikum, sonntagmittags, das gibt’s in Frankfurt nicht“, sagte Rosario vom „Heddemer Dreigestirn“ aus der Stadt am Main. Die Finalisten des „Super-Talents“ 2018 schafften es einmal mehr, ihr Publikum mit ihrer „gigantischen Zwergenshow“ aus dem Häuschen zu holen. Ein Hit jagte den nächsten, gespickt mit viel Humor. Die Zuschauer waren durchgehend fasziniert.

Darauf entführte die Tanzgarde des Kolping Karnevals Komitees die Gäste ans Meer und nach Hamburg. „St. Pauli bei Nacht“ hieß der stimmungsvolle Showtanz zu einer abwechslungsreichen Musikauswahl.

An dieser Stelle setzte die Tanz- und Reitergarde ihr Ausrufezeichen mit ihren Tanzeinlagen der besonderen Art.

Die Stimmung war am Siedepunkt, da kamen die „Kleefse Töns“ aus der Nachbarstadt und legten nach. Die 30 Musiker sorgten wie gewohnt für Begeisterungsstürme, Tanzen und Feiern war angesagt bis zum frühen Abend.