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Planungen für das Einkaufszentrum in Uedem schreiten voran

Lokale Wirtschaft in Uedem : Das Einkaufsmekka wird konkret

Die Planungen für das neue Einkaufszentrum an der Boxteler Bahn in Uedem schreiten voran. Bis Ende 2021 könnten Edeka und ein Drogerie-Geschäft angesiedelt sein. Noch offen ist, wie es am bisherigen Edeka-Markt weiter gehen soll.

Wenn Bürgermeister Rainer Weber über das geplante Einkaufszentrum zwischen Boxteler Bahn und Bahnhofstraße in Uedem spricht, gerät er regelrecht ins Schwärmen. Dabei handele es sich um einen „Meilenstein“, an dem er und seine Verwaltung „Tag und Nacht“ arbeiten würden. Allzu verwunderlich ist es nicht, dass der 58-Jährige dem Projekt einen so hohen Stellenwert beimisst. Immerhin würde die Umsetzung für Weber auch die Einlösung eines Wahlversprechens bedeuten.

Im Kommunalwahlkampf 2015 hatte der Parteilose erklärt, sich für Uedem unbedingt einen Drogeriemarkt zu wünschen. Mittlerweile liegen die entsprechenden Pläne auf dem Tisch. Neben einem dm-Drogeriemarkt soll sich auch Edeka mit integriertem Backshop und Café sowie Aldi neu ansiedeln und gemeinsam als Einkaufszentrum funktionieren. Das erklärte Ziel der Lokalpolitik, deren Reihen sich bei der Umsetzung des Projekts in den vergangenen Jahren immer wieder ungewohnt geschlossen zeigten: Uedemer sollen künftig alle Einkäufe mit nur einem Gang erledigen.

Weber skizziert gleich auch einen konkreten Zeitplan für das Großprojekt. So soll der Gemeinderat in seiner letzten Sitzung des Jahres der aktuellen Periode den Satzungsbeschluss verabschieden, also im September. Anfang nächsten Jahres könnten die Bauarbeiten beginnen, mit einer Bauzeit von sieben bis acht Monaten rechne Weber. Vorangetrieben wird die Realisierung von der Schoofs-Gruppe. „Ich halte es für realistisch, dass die Arbeiten im vierten Quartal 2021 abgeschlossen sind“, sagt Weber.

Noch unklar aber ist, wie es auf dem bisherigen Gelände des Edeka-Marktes zwischen Meursfeldstraße und Bahnhofstraße weitergeht. Die Nutzung war nun Thema in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Planen, Bauen und Umwelt. Klar ist: Der Lebensmittel-Markt zieht in das neue Einkaufszentrum in nur 400 Meter Entfernung. Dort vergrößert Edeka seine Verkaufsfläche von 1200 auf rund 1450 Quadratmeter. Dem vom Rat verabschiedeten Einzelhandelskonzept nach kann die Überdeckung des Lebensmittelangebots in Uedem allerdings nur verhindert werden, wenn auf dem bisherigen Edeka-Areal künftig kein Lebensmittelvollsortimenter mehr angesiedelt ist.

„Alles, was für die Deckung des täglichen Bedarfs nötig ist, wird dort unzulässig sein. Ich gehe auch nicht davon aus, dass sich dort ein anderer Anbieter ansiedeln wollen würde“, sagt Weber. So votierte die Lokalpolitik einstimmig für den dortigen Ausschluss einer Nutzung als Supermarkt. Dabei würde es sich um ein zentrenrelevantes Sortiment handeln. Weber machte im Ausschuss allerdings darauf aufmerksam, welche Nutzung stattdessen möglich wäre: nämlich jene als nicht-zentrenrelevant. So könnten dort künftig etwa Gartenpflanzen, Heimwerkerbedarf oder Möbel über die Ladentheke gehen. Rainer Weber sinniert von der Möglichkeit einer „baumarktlichen Nutzung“.

Allzu beliebt wäre eine solche bei Politik und Verwaltung allerdings wohl nicht. Bürgermeister Rainer Weber zu Folge sei das Umfeld von Wohnbebauung geprägt, es handelt sich um ein sogenanntes Mischgebiet in Uedem. Eine Wohnbebauung würde sich der Verwaltung zu Folge auch auf dem bisherigen Areal des Edeka-Marktes anbieten. Über eine solche wolle man nun in Zukunft auch mit dem Eigentümer des Geländes sprechen.