Parookaville in Weeze 2018 wieder ausverkauft

Festival: Parookaville-Festival wieder ausverkauft

Eine Woche vor dem Start meldete der Veranstalter den Verkauf der letzten Tickets. Unterdessen klappt der Aufbau reibungslos. Die Besucher dürfen sich unter anderem auf Europas größte Festival-Bühne freuen.

Obwohl die Besucherzahl im Vergleich zum Vorjahr mit 80.000 gleichgeblieben ist, wird Parookaville 2018 größer sein als je zuvor. Es wird mehr Überraschungen geben, mehr Attraktionen, mehr Platz und mehr Mainstage. Während die Vorfreude bei jenen, die Tickets für Deutschlands größtes EDM-Festival (EDM = Electronic Dance Music) haben, jetzt mit jedem Tag wächst, wird auf dem Gelände selbst fleißig gearbeitet, damit am Donnerstag, wenn die ersten Gäste anreisen, alles bereit ist für den großen Ansturm auf das Areal am Airport der 10.000-Seelen-Gemeinde.

„Das Wetter hat uns in den letzten Wochen auf jeden Fall in die Karten gespielt“, sagt Bernd Dicks vom Veranstaltertrio. Daher liege man aktuell sogar vor dem Zeitplan, was die Vorbereitungen angehe. Bereits Ende Juni hatten die ersten Arbeiten begonnen. Unter anderem wurden 50.000 Quadratmeter Schwerlast-Holzböden und nochmal 50.000 Quadratmeter „normale“ Holzböden auf und zwischen den beiden Campsites verlegt. Wie das veränderte Verkehrskonzept am Anreisetag ist auch dies eine der Konsequenzen aus dem Vorjahr. Und wieder ein Beleg dafür, dass die Weezer Festival-Macher Jahr für Jahr dazulernen, um den Komfort für die Parookaville-Bürger zu erhöhen. Denn nach wie vor lautet die Maxime von Bernd Dicks, Norbert Bergers und Georg van Wickeren, ein Festival zu erschaffen, auf das sie selbst gern gehen würden. Und dazu gehört ab sofort auch, dass die Hauptwege mit Holz ausgelegt sind, um gegen Wetterkapriolen besser gewappnet zu sein.

Im Duschbereich sorgt grüner Teppich für einen farblichen Akzent. Foto: Evers, Gottfried (eve)

Die Wahrscheinlichkeit für solch dauerhaften und starken Niederschlag ist in diesem Jahr übrigens deutlich geringer. Hubert Reyers, Betreiber der Internetseite www.wetter-niederrhein.de und gleichzeitig das zuverlässigste Wetter-Orakel der Region, mochte sich Ende dieser Woche zwar noch nicht auf eine konkrete Vorhersage für die Zeit von Donnerstag bis Sonntag einlassen, ließ sich aber den Satz entlocken, dass die bislang herrschende lange Trockenheit für gewöhnlich entweder „nur ganz langsam oder gar nicht kippt“. „Wir werden wohl nicht auf einmal nasse Atlantik-Luft haben“, so Reyers.

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Von der Aufteilung der beiden Campsites in „Base Ground“ und „Mellow Fields“ versprechen sich Dicks und Co. eine „deutliche Entspannung“. Und zwar auf mehreren Ebenen. Zum Beispiel bei der Anreise, da die Besucher von den Parkplätzen aus direkt getrennt werden und so die Schlangen an beiden Check-ins automatisch kürzer werden. Zudem werden die Platzverhältnisse insbesondere auf der neuen Fläche laut Veranstalter spürbar komfortabler. Und da es hier auch keinen DJ Tower gibt, wie vor dem 24/7 Penny-Markt auf Campsite A, dürfte es in den Mellow Fields auch etwas ruhiger zugehen – zumindest für Festival-Verhältnisse. Die einzigen Nachteile von Campsite B sind die eingeschränkten Öffnungszeiten des dortigen Penny-Marktes (von 7 bis 21 Uhr) und die größere Entfernung zum Festival-Gelände. Allerdings: „Bei vielen Großveranstaltungen läuft man noch weiter“, so Dicks. Und Parookaville wäre nicht Parookaville, wenn es möglichen Widrigkeiten nicht kreativ begegnen würde. Dicks: „Wir haben auf dem Weg zwischen Mellow Fields und Base Ground eine Duty-Free-Station errichtet. Da können sich die Parookaville-Bürger dann mit einem Wegebier versorgen.“ Außerdem gibt es nur auf der Campsite B einen Mud-Masters-Parcours, bei dem es freitags, samstags und sonntags jeweils um 12 Uhr einen Wettbewerb gibt. Als Preis locken unter anderem Tickets für Parookaville 2019.

Dutzende der sogenannten Watchtower wurden aufgebaut. Sie dienen der Orientierung auf den riesigen Flächen. Foto: Evers, Gottfried (eve)

Einen ganz anderen Wettbewerb hat Parookaville bereits jetzt gewonnen. Und zwar aus Versehen. Denn dass die Mainstage, die diesmal auf eine Breite von 200 Metern angewachsen ist, die größte Festival-Hauptbühne Europas ist, war gar nicht so geplant. Dicks: „Weil wir im Vorfeld immer gefragt wurden, wie groß die Bühne ist, haben wir nach Vergleichen gesucht und dabei herausgefunden, dass wir offenbar die größte haben.“ Und auch in diesem Fall wurde die Vorgabe, dass Parookaville zwar die namhaftesten DJ-Weltstars an den Niederrhein holt, dabei aber stets das Regionale im Blick hat, umgesetzt. Denn im Vergleich zu den Vorjahren, in denen die Verantwortlichen der Tomorrowland-Bühnen die Weezer Variante bauten, war es diesmal erstmalig der jüngere Bruder von Bernd Dicks, Stefan, der mit seinem Inhouse-Kreativlabor Büro Bora Bora das Konzept und das Design entwickelte.

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