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Kervenheim: Nothilfe fürs Ballkleid

Kervenheim : Nothilfe fürs Ballkleid

Wenn die Nähte platzen, sind Marion Schopmans und ihre Mitarbeiterinnen gefragt. Im "Nähstudio” in Kervenheim bessern sie Kleidungsstücke aus, schneidern aber auch Kleider für festliche Gelegenheiten.

Wenn in der Hocke die Naht kracht, die Knie der Hose aufgescheuert sind oder in der Jacke ein Riss klafft, dann ist Marion Schopmans die Retterin in der Not. Seit drei Jahren betreibt die Kervenheimerin in ihrer Heimatortschaft "Marion‘s Nähstudio”. Das Ändern von Kleidungsstücken nimmt einen großen Raum ein. "Zum Beispiel, wenn jemand aus der Kleidung rausgewachsen ist”, sagt die Schneiderin. "Oder umgekehrt, wenn jemand abgenommen hat.”

Hosen kürzen -­ ein weites Feld

Was der Laie einfach Hosen kürzen nennt, klingt in den Erklärungen der Fachfrau gleich viel komplexer: Mit oder ohne Stoßband? Handsaum? Jeanssaum? "Das ist ein Thema für sich”, sagt sie.

Kleider retten in allerletzter Minute ­ auch das gehört im Nähstudio dazu. "Einen Fall hatten wir in diesem Sommer”, erzählt Marion Schopmans. "Es ging um ein Kleid für den Abschlussball einer Schülerin.” Die Mutter hatte das Kleidungsstück verbügelt, ein großes Loch gähnte im edlen Stoff. "Dann muss man schnell die Sinne schärfen und sich etwas einfallen lassen”, sagt Schopmans und lacht. "Wir haben dann neue Nähte eingearbeitet. Das hat gut ausgesehen. Wer nicht Bescheid wusste, hat nichts bemerkt.”

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Eine andere Herausforderung für die Schneiderin und ihre Auszubildenden Monika Pohl und Lilia Wall war jüngst das Schneidern von Klosterhabits. Diese Habite waren für Schwestern des Konvents der Heimsuchung von Heimsuchung Mariä in Uedem bestimmt. "Das war für mich etwas Neues. Wir haben einen Termin gemacht, ich habe mir einen Habit geben lassen und ihn sozusagen zerpflückt”, berichtet Marion Schopmans. Vier Schwestern wurden so neu eingekleidet.

Die Dienste des Nähstudios sind auch gefragt, wenn das Schützenfest in Kervenheim naht. Regelmäßig näht Marion Schopmans Festkleider für die weiblichen Teilnehmer. Das Kreieren von Kostümen für den Karneval oder andere Gelegenheiten werde seltener nachgefragt. Besonders gerne arbeitet Marion Schopmans alte Paramente auf. "Das ist mein Liebstes. Leider komme ich selten dazu”, sagt die Mutter von zwei Kindern.

Krisensicherer Beruf

Zu Hause als Kleingewerbe geschneidert habe sie immer, sagt sie im Rückblick. Bevor sie sich selbstständig machte, war sie bei einem Dekorationsgeschäft in Winnekendonk tätig. Ihre Kundschaft kommt vor allem aus Kervenheim, Winnekendonk, "sehr viele aus dem Feriendorf”, aus Kevelaer, manchmal auch aus Geldern. Mundpropaganda spiele da eine Rolle. Für die Zukunft ihrer Branche fürchtet Marion Schopmans nicht. Änderungsschneiderei, das sei krisensicher, selbst in mageren Zeiten: "Auch billige Hosen sind zu lang.”