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Niersumgestaltung bei Kessel liegt im Zeitplan

Verbandsversammlung : Niersumgestaltung bei Kessel liegt im Zeitplan

Dank der beständig hohen Temperaturen und guten Witterung konnten die Bauarbeiten in Kessel schneller durchgeführt werden als geplant.

Das wirksamste Mittel, Hochwasserereignissen aber auch den extremen Hitzeperioden zu begegnen, wie sie in diesem Jahr auch am Niederrhein vorherrschten, sei die weiterhin konsequente Umsetzung des Masterplans Niersgebiet. Das betonte der Vorstand des Niersverbandes, Dietmar Schitthelm, vor der Verbandsversammlung, die im Forum des Kreishauses in Viersen tagte. Die so entstehenden Ersatz-Auen dienen gleichzeitig dem Schutz vor hohen Abflüssen wie auch der „Kühlung“ der Niers. Dies sei nur eine der Herausforderungen, denen sich der Wasserverband in Zukunft wird stellen müssen, so Schitthelm. Eine andere Herausforderung sei die Entfernung von Spurenstoffen aus dem Abwasser. Und das werde in den kommenden Jahren zusätzliche Investitionen erfordern. Auch Mikroplastik und multiresistenten Keimen wird zukünftig verstärkt Aufmerksamkeit geschenkt werden müssen.

Im Hitzesommer 2018 bestand bei Temperaturen im Wasser von mehr als 25 Grad stets die akute Gefahr des Fischsterbens. Infolge der geringen Wasserstände konnten im gesamten Sommer keine Floßfahrten stattfinden. Lediglich die Paddeltouristen kamen auf ihre Kosten. Zehn Monate waren trockener als im Jahresdurchschnitt und seit 1880 ist die Temperatur insgesamt um 1,75 Grad angestiegen, berichtete Schitthelm.

Das schöne Wetter hatte für den Verband aber auch positive Seiten: Die Bauarbeiten am Gewässerprojekt Kessel in Goch konnten schneller durchgeführt werden als geplant. Bereits im September starteten nach Fertigstellung des ersten Bauabschnitts Kranenburger Straße die Arbeiten am Abschnitt Romberg. So wird wohl alles bis zum Sommer fertig sein.

Investitionen in Höhe von 21 Millionen Euro erfordern bauliche Maßnahmen, über die Ulrich Otto berichtete. Der Bau der Überleitung von der Kläranlage Wetten zur Kläranlage Geldern kam bisher gut voran, so dass drei Viertel der Druckleitung bereits in grabenloser Druckleitung eingezogen werden konnten. Mit der Fertigstellung wird Mitte nächsten Jahres gerechnet.

Auf der Kläranlage Geldern sind der Bau einer maschinellen Schlammeindickung, zweier Blockheizkraftwerke sowie einer Holzhackschnitzelheizung mit Vorratsbunker geplant. Die einzelnen Einrichtungen sollen in einer neuen Halle installiert werden. Alles soll Anfang 2020 fertig werden.

Alle Pläne des Niersverbandes müssen finanziert werden. Im Juli hatten die Delegierten bereits einer Beitragsanpassung zugestimmt. Mehr als die Hälfte stimmte für die Variante, bei der die Haushaltskonsolidierung des Verbandes in drei Abschnitten erfolgen wird. Dazu sind in den kommenden drei Jahren ab 2019 jeweils Beitragserhöhungen von etwa 14 Prozent vorgesehen. Danach soll die Erhöhung maximal bei 6,5 Prozent pro Jahr liegen und in den Rücklagen sollen nicht mehr als 70 Millionen Euro verbleiben. Zehn Prozent des Beitragsvolumens müssen allein für Strom eingeplant werden. Da hilft die Eigenstromerzeugung, die der Verband vorantreibt: Der Anteil des Eigenstroms liegt schon bei 40 Prozent.

Zum Abschluss der Versammlung ging es noch um das Thema Personalbeschaffung. Bis auf vier Stellen konnten die im Wirtschaftsplan vorgesehenen Stellen besetzt werden, allerdings konnten nur Berufsanfänger geworben werden, berichtete Schitthelm. Der Niersverband ist dabei, eine Strategie zu entwickeln, um Personal zu werben und zu behalten. Dazu sollen auch junge Leute im Bereich der Ausbildung angesprochen werden. Im Herbst 2018 wurde ein Azubifilm fertig, der in Zusammenarbeit mit einer Schülerfirma der Gesamtschule Nettetal und Azubis aus dem Verband entwickelt und gedreht werden konnte. Er wurde auf der Versammlung vorgeführt und erhielt aufmunternden Applaus. Man war sich einig, dass der Niersverband für das kommende Jahr gut gerüstet sei.