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Goch: Neues Zuhause für verwahrloste Ponys

Goch : Neues Zuhause für verwahrloste Ponys

Die beiden Pferde, die mithilfe von Polizei und Veterinäramt von einer Wiese in Kalkar gerettet werden konnten, haben ein neues Zuhause gefunden. Langsam heilen ihre Wunden. Kreis Kleve erwägt weitere Strafmaßnahmen.

Max und Charly geht es schon einige Tage nach ihrer Rettung viel besser. "Sie fressen gut und sind neugierig", sagt Melanie S. vom Verein "Gemeinsam anders - In Vielfalt begegnen" in Bedburg-Hau. Noch vor wenigen Tagen haben die Ponys sich selbst überlassen auf einer Wiese in Kalkar gestanden. Fell, Hufe und Körperbau verwahrlost.

Mit Polizei und Veterinärabteilung des Kreises konnten die Tiere ein neues Zuhause finden. Für mindestens ein weiteres Pferd kam jede Hilfe zu spät, es musste nach einer schweren Kolik vom Tierarzt eingeschläfert werden. Von einem vierten Pferd fehlt jede Spur. Nachdem der Fall in der Rheinischen Post an die Öffentlichkeit gelangt war, hatte es eine Welle der Solidarität für die Tiere gegeben. Kamerateams von Fernsehsendern sind angerückt, Zeitungen haben über den Fall berichtet, Futter wurde gespendet.

Langsam heilen die Wunden der beiden Pferde, auch über ihre Vergangenheit wissen die Retter jetzt mehr. "Charly ist etwa drei Jahre alt, Max schon weit über 20 Jahre", sagt Melanie S. Pilz und Würmer hatten den beiden Ponys zugesetzt, die Haut war an zahlreichen Stellen offen. "Der Tierarzt hat sie doppelt entwurmt, sie bekommen Mittel gegen den Pilz", sagt S. Auch der Hufschmied hat sich die Tiere angeschaut. Max habe Hufkrebs im Anfangsstadium, erzählen sie auf dem Hof, das müsse man weiter beobachten. "Aber in vier Wochen sehen die Tiere viel besser aus. Dann wird man sie kaum wiedererkennen", sagt Melanie S.

Man merke, dass die Pferde in den vergangenen Jahren kaum Menschenkontakt gehabt hätten. "Gerade bei Charly ist es schwierig, wenn man an die Beine möchte", sagt S. Den Tieren geht es mittlerweile so gut, dass sie mit den anderen Pferden, die der Verein hält, auf die Weide sollen. "Wir verwenden die Pferde normalerweise als Therapie-Tiere für Menschen mit Behinderung", sagt sie. Das wird für Charly und Max aufgrund ihrer Vergangenheit wohl nicht in Frage kommen. Trotzdem bleiben sie auf dem Hof.

Die 13-jährige Kira war eine der engagiertesten Retterinnen der Ponys. Die Jugendliche ist jetzt umso glücklicher, dass es den beiden wieder besser geht. "Als ich sie das erste Mal gesehen habe, war ich erschrocken. Pferde in solch einem Zustand habe ich noch nie gesehen", berichtet sie. Mittlerweile verbringt sie fast täglich Zeit auf dem Hof, sieht nach den beiden - aber auch nach den anderen Pferden. "Ich bin froh, dass sie jetzt hier sind", sagt Kira.

Gegen die ehemaligen Besitzer der Pferde, die sie auf der Wiese haben verwahrlosen lassen, hatte die Veterinärabteilung des Kreises ein Halteverbot für Pferde ausgesprochen. Außerdem prüft nach unserer Zeitung vorliegenden Informationen der Kreis die Einleitung weiterer Strafmaßnahmen. Wenn der angeforderte Pathologiebericht des eingeschläferten Pferdes vorliegt, soll entschieden werden, ob und welche weiteren Maßnahmen erfolgen.

(RP)