Neues Dorfgemeinschaftshaus und Feuerwehrgerätehaus für Hülm

Politik in Goch : Hülm wird aufgehübscht

Große Investitionen stehen dem kleinsten Gocher Ortsteil bevor: So soll Hülm ein neues Feuerwehrgerätehaus bekommen. Der erste Schritt, der Kauf der ehemaligen „Hülmer Schänke“, ist beschlossene Sache. Der Stadtrat gab zudem grünes Licht für die benachbarte Alte Schule. Sie soll mit Geldern aus dem NRW-Förderprogramm „Dorferneuerung 2019“ zu einem Gemeinschaftshaus umgebaut werden.

Jahrelang ist in Hülm nicht viel geschehen, jetzt stehen dem kleinsten Gocher Ortsteil große Investitionen bevor. So soll die Löschgruppe, bisher im Kopfbau der Alten Schule in Hülm beheimatet, auf dem Grundstück der ehemaligen „Hülmer Schänke“ ein neues Feuerwehrgerätehaus bekommen. Die Alte Schule soll zudem für knapp eine Million Euro zu einem Dorfgemeinschaftshaus für alle Vereine umgebaut und saniert werden. Für beide Projekte hat der Rat der Stadt Goch nun grünes Licht gegeben. „Darauf haben wir lange gewartet“, sagt Rudolf Verhaag. Mit Peter Lörks, Georg Bockhorn, Willi Schagen und Dominik Janßen steht er zuversichtlich auf dem Schulhof. Alle freuen sich auf das, was hoffentlich bald kommen wird.

Verhaag ist erster Vorsitzender des Vereins „Alte Schule Hülm“. Dabei handelt es sich um einen Trägerverein, der sich vor genau drei Jahren gegründet hat. Ziel war und ist es immer noch, die ehemalige Grundschule als Treffpunkt für das Dorf zu erhalten. Mit dem Verkauf der letzten Kneipe in Hülm – nach Angaben des Vereins schließt das Dorfhaus Hoolmans zum 30. April, will der neue Besitzer zwar umbauen, aber keine geschlossenen Veranstaltungen und Schankbetreib mehr ausrichten – bekommt das geplante Dorfgemeinschaftshaus nun eine ganz neue Dimension. „Mit der Schließung des Dorfhauses fällt der letzte Saal für Feiern und Familienfeste in Hülm weg“, sagt Verhaag. Und genau so einen Veranstaltungsraum für bis zu 150 Personen soll es künftig im neuen Dorfgemeinschaftshaus geben. „Bis dahin müssen wir Übergangslösungen finden“, sagt Verhaag im Gespräch mit unserer Redaktion.

So könnte die Erweiterung der Alten Schule aussehen. Foto: Animation Völling

Denn wann das Projekt genau beginnt, ist derzeit noch nicht abzusehen. Die Weichen sind gestellt. So haben Verein und Stadt in den vergangenen drei Jahren ein Konzept erarbeitet, das jetzt beim Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen vorliegt. „Zur Unterbringung eines Dorfgemeinschaftshauses in der Alten Schule Hülm sind verschiedene Umbau- und Sanierungsarbeiten notwendig. Die Gesamtkosten betragen 969.000 Euro. Wir hoffen, 250.000 Euro im Rahmen des Förderprogramms ,Dorferneuerung 2019’ zu generieren“, sagt Wolfgang Jansen, Leiter des Gocher Vermögensbetriebes, und ergänzt: „Der Antrag ist raus, noch haben wir keine Antwort erhalten, aber das erste Feedback fällt schon einmal positiv aus.“ Auch der Rat der Stadt Goch hat dem Vorhaben in seiner jüngsten Sitzung zugestimmt und den Ansatz im Wirtschaftsplan für das Jahr 2020 erhöht. Hier handelt es sich immerhin um einen Eigenanteil in Höhe von 719.000 Euro. „Wir sehen die Initiative als eine Stärkung der kleinen Ortsteile“, sagt Gerd Engler (SPD) – auch mit Blick auf die anderen Gocher Ortsteile.

Das Hülmer Feuerwehr ist und bleibt Bestandteil der Alten Schule. Allerdings bekommst die Löschgruppe ein neues Feuerwehrgerätehaus. Foto: Julia Lörcks
Um dieses Areal geht es: Rechts die ehemalige „Hülmer Dorfschänke“, in der Mitte der Schulhof, auf dem zwei Baugrundstücke entstehen könnten, dahinter die ehemalige Grundschule. . Foto: Julia Lörcks

Für Hülm steht jedoch nicht nur das Dorfgemeinschaftshaus an, der Ort erhält auch ein neues Feuerwehrgerätehaus. „Hülm ist die letzte Gocher Ortschaft, die noch kein adequates Gerätehaus hat“, sagt Verhaag. Und auch in dieser Sache geht es nun voran. So wird die Stadt in diesen Tagen die ehemalige „Hülmer Schänke“, die in der Vergangenheit nur durch rumänische Leiharbeiter von sich reden gemacht hat, erwerben. Die Mittel – 200.000 Euro inklusive Abrisskosten – für das Gebäude in unmittelbarer Nähe zur Alten Schule hat der Stadtrat jetzt bereitgestellt. „Danach kann geplant und ausgeschrieben werden, so dass wir in diesem Jahr hoffentlich noch mit dem ersten Spatenstich beginnen können“, berichtet Jansen. Das jetzige Gerätehaus, das sich ebenfalls in einem Teil der Alten Schule befindet, bleibt als Lager- und Schulungsraum bestehen. „Im Neubau werden ausschließlich die Fahrzeuge untergebracht, Hülm bekommt schließlich 2020 ein zweites Fahrzeug“, berichtet Jansen. Ob auf dem Schulhof zwei Baugrundstücke zur Refinanzierung entstehen, steht noch nicht genau fest.