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Goch: Neues Dach schützt Pfalzdorfs Ostkirche

Goch : Neues Dach schützt Pfalzdorfs Ostkirche

Anfang des Jahrs 2012, da gaben nicht viele einen Pfifferling auf die ehrgeizigen Pläne des Fördervereins für die Erhaltung der Ostkirche in Pfalzdorf: ein neues Dach. Doch viele Spender machten's möglich.

Es regnet in Strömen, mal wieder. Nur einen Augenblick nach dem "offiziellen Fototermin" war's vorbei mit dem postkartentauglich winterbesonnten Pfalzdorfer Gotteshaus. Doch Peter Hohl, stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins für die Erhaltung der evangelischen Ostkirche Pfalzdorf, bleibt gelassen, jetzt: Das Dach ist schön, ist neu, ist dicht. Die Optik sorgsam abgestimmt mit beamteten Denkmalschützern.

Nur ein Beispiel für den Feinschliff: Es gibt keine Firstziegel, der Abschluss wurde mit echtem Schiefer gemacht. So wie beim Original.

Ein neues Dach für die Ostkirche: Die Pläne, die der rührige Pfalzdorfer Förderverein und seine vielen Spender hatten, waren mehr als ehrgeizig. "Aber für den Erhalt des Pfalzdorfer Wahrzeichens — und darauf kommt es allen ja an — war das unerlässlich. Peter Hohl sagt: "Uns allen war klar: Ein Winter noch ohne neues Dach, und das gesamte Gebäude nimmt schweren Schaden. Viel zu lange hatte es ja bereits durchs Dach geregnet."

Vorbei. Alles ist fertig, gerade noch rechtzeitig vor dem Dauerregen. Hohl zeigt hinauf. "Aber es ist dank der vielen Spender ja nicht nur das Dach neu gedeckt worden. Das Türmchen ist fertig, die Schallluken sind ersetzt worden. Da hat beispielsweise Günter Janssen hervorragende Arbeit geleistet." Und Peter Hohl selbst wurde ganz zum Schluss auch noch selbst zum "Putzmann". Der Kfz-Meister nutzte die Gunst der Stunde: "Das Gerüst stand ja noch. Also hab ich noch schnell die runden Fenster geputzt. Sonst kommt man da ja kaum ran."

Pläne für 2013 gibt es auch schon. Peter Hohl: "Jetzt können wir endlich im Inneren der Kirche weitermachen. Bislang hatte das ja alles keinen Zweck: Solange es von oben reinregnete, waren unten alle Arbeiten sinnlos. Aber da die Kirche nun gesichert ist, kann es dort weitergehen."

Von außen ist aber auch noch eine Menge zu machen. Der Verputzer war schon da — aber der neue Anstrich soll 2014 kommen. Schon vorher möchte der Verein allerdings das Turmkreuz erneuern. "Ich hoffe, wir bekommen die Möglichkeit, einen Hubwagen zu nutzen. Dann kann man dort oben beispielsweise auch das Messing der Kugel polieren, die jetzt komplett schwarz wirkt."

Viel ist geleistet, viel noch zu tun. Die Stunden, die die Vereinsmitglieder (wie beispielsweise Malermeister Karl-Heinz Augustin) bereits geleistet hätten, könne man gar nicht zählen, sagt Peter Hohl. "Viel wichtiger aber noch ist: Ohne die finanzielle Unterstützung vieler Pfalzdorfer wäre das alles gar nicht möglich gewesen. Wir bedanken uns aufs Herzlichste. Jeder hat sein Scherflein dazu beigetragen, auch kleine kund kleinste Spenden sind ja Teil des Ganzen. Letztlich ist das alles ein wunderbares Beispiel für Gemeinschaftsleistung und Engagement."

Recht hat der Mann. Die Pfalzdorfer Kirchengemeinde selbst hätte das von ihr zurzeit ja gar nicht mehr genutzte Gotteshaus sicher nicht wiederherstellen und erhalten können. Sie beteiligte sich an den Kosten für das von Dirk Johann aus Bedburg-Hau erneuerte Dach des Gotteshauses.

Trotz der langen Zeit, in der es durch das marode Dach regnete, war das qualitativ hochwertige Holz des Original-Dachstuhls noch so gut, dass nichts ersetzt werden musste. "Und jetzt bleibt es ja trocken", versichert Peter Hohl. Und das ist ein gutes Gefühl.

(RP)