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Neuer Kunstrasenplaz für den VfB Alemannia Pfalzdorf in Goch

Aus den Vereinen : Aus roter Asche wird grüner Kunstrasen

Im Heribert-Ramrath-Stadion des VfB Alemannia Pfalzdorf soll bis August der zweite Kunstrasenplatz der Gemeinde entstehen. Von Kosten wurde der Verein befreit, der Vorsitzende Jürgen Kamps denkt bereits an weitere Bauprojekte.

Schlägt man im Lexikon den Begriff „Ascheplatz“ nach, so stößt man auf die nüchterne Begriffserklärung: „Ascheplätze sind Sportplätze mit einer steinigen granularen Oberfläche“. In der Realität des Amateurfußballs heißt das: Wunden, Schmerzen und Narben sind vorprogrammiert, schließlich ist Bodenkontakt beim Fußball schier unvermeidbar. Daher verschwinden seit Jahren die Ascheplätze aus den hiesigen Vereinen – nun auch im Heribert-Ramrath-Stadion des VfB Alemannia Pfalzdorf. „Das ist für uns ein riesiger Schritt. Der Ascheplatz war fünf Jahre lang kaum bespielbar, die Asche zu erneuern hätte auch keinen Effekt mehr gehabt. Er war wirklich auf“, sagt Jürgen Kamps, Vorsitzender des 1050 Mitglieder starken Vereins.

Anfang März rollten bei der Alemannia die Bagger an, bis voraussichtlich August soll das Projekt rechtzeitig zur Spielzeit 2019/2020 fertiggestellt sein. „So können wir ganzjährig trainieren und müssen weniger auf andere Sportanlagen in der Umgebung ausweichen. Es garantiert den Trainern und Sportlern immer gleiche Bedingungen“, sagt Kamps. Die Lebensdauer eines Kunstrasenbelages beträgt knapp 15 bis 20 Jahre.

Das Gesamtkostenvolumen für den Bau des Kunstrasenplatzes und die Entsorgung des Untergrundes beläuft sich auf 880.000 Euro. Ursprünglich hatte sich der Verein bereit erklärt, einen Eigenanteil von 200.000 Euro zu leisten. Dafür mussten die VfB-Verantwortlichen den Mitgliedsbeitrag von 7 auf 10,50 Euro anheben. „Wir waren uns auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung einstimmig einig, dass das der richtige Schritt ist. Leider haben daraufhin knapp 130 Mitglieder den Verein verlassen. Um eine solche Summe als Sportverein aufzubringen, mussten besondere Lösungen her“, sagt Kamps. Über die Inanspruchnahme des Förderprogramms „NRW.Bank.Sportstätten“ hätte der Klub das Projekt mitfinanziert.

Im November eröffnete Kamps bereits einen neuen Naturrasenplatz in Pfalzdorf, der mit der Verlegung der Bogensportanlage sowie dem Bau einer neuen Flutlichtinstallation einherging. Die Kosten von knapp 60.000 Euro trug der Verein. Bei der Eröffnung verkündete Bürgermeister Ulrich Knickrehm zudem, dass der Eigenanteil des VfB am Großprojekt „Kunstrasenplatz“ übernommen würde. „Das war eine unglaubliche Nachricht. Damit fiel uns ein riesiger Stein vom Herzen, denn der Betrag von 200.000 Euro hätte uns jahrzehntelang belastet“, sagt Kamps. Ohnehin sei er sehr angetan von der Zusammenarbeit mit Politik und Verwaltung gewesen. „Im Rathaus hat sich in den vergangenen Jahren die Haltung gegenüber den Vereinen deutlich verbessert“, sagt Kamps.

Der Kunstrasenplatz in Pfalzdorf wird der zweite in der Weberstadt sein. Am Gymnasium befindet sich bereits ein solcher. Dieser wird abwechselnd von verschiedenen Vereinen genutzt. In Zukunft wird Viktoria Goch diesen alleine nutzen können. Ein weiterer Platz soll noch folgen, der den Vereinen SpVgg Kessel, DJK SG Hommersum-Hassum und SV Asperden zur Verfügung stehen würde. Kamps, seit zwölf Jahren Vorstandsmitglied beim VfB und seit zwei Jahren erster Vorsitzender, plant ebenfalls bereits weitere Projekte für die Zukunft seines Vereins. Zeitnah wolle der Klub eine Fläche auf dem Gelände des Heribert-Ramrath-Stadions nutzen, um eine Multifunktionsfläche zu erstellen. „Hierüber bin ich mit der Stadt im stetigen Austausch, ein schlüssiges Konzept zu erarbeiten. Die Erstellung dieser Fläche dient vor allem den Leichtathleten zur Verbesserung des Trainingsbetriebs“, sagt Kamps. Der Bau dieser Multifunktionsfläche habe für den Verein Priorität; auch die Stadt habe für diese Maßnahme bereits 53.400 Euro eingeplant. Aus bautechnischen Gründen wurde dieses Vorhaben vorläufig zurückgestellt.

Im nächsten Jahr steht zudem der Bau einer neuen Laufbahn sowie eine Erneuerung der Sprunganlage für die Leichtathleten an. „In unserem Verein geht es vorwärts. Wir sind bereit für große Projekte und wollen diesen Schwung mitnehmen“, sagt Kamps.