Goch: Neue Ufer für Artenvielfalt

Goch: Neue Ufer für Artenvielfalt

Im Naturschutzgebiet Veengraben bei Goch sind jetzt die Ufer zweier Teiche umgestaltet worden. Die Flachwassergebiete am Rande sollen neue Tierarten und Pflanzen anziehen.

Goch-asperden Parallel zur B 9, am Rande von stark genutzten Äckern bei Asperden, liegt das Naturschutzgebiet Veengraben. Im ungefähr 14 Hektar großen Areal befinden sich kleine Erlenbruch- und Eichenwälder, Wiesen mit Brombeerbüschen und Brennesseln sowie vier Artenschutzgewässer. Diese waren einst als Angelteiche angelegt worden und besaßen bisher eine äußerst unnatürliche Uferböschung, erklärt Walter Ahrendt vom Naturschutzzentrum Kreis Kleve.

"Man muss sich die Form der Gewässer wie eine Badewanne vorstellen", sagt er. Was damals aus dem Boden gebaggert wurde, sei einfach am Ufer abgeladen worden. So entstand eine steile Uferböschung ohne Flachwasserzonen. "Dass das Wasser unmittelbar tief wird, war damals für die Angler ganz praktisch, ist für Röhrichtvegetation, wie zum Beispiel Sumpf-stauden, aber sehr unvorteilhaft", erklärt Ahrendt. 1982 wurde das Gebiet unter Naturschutz gestellt, unter anderem als Ausgleichsmaßnahme für den Bau der B 9. Die Angelstege wurden entfernt.

Erschwerend sei über die Zeit hinzugekommen, dass das Ufer von überhängenden Sträuchern und Geflechten bewachsen wurde, die den Pflanzen darunter jegliches Licht nahmen. "Eine gute ausgeprägte Unterwasser- und Ufervegetation ist aber die Voraussetzung für vielfältiges Tierleben im Teich", betont Walter Arendt. Folgerichtig habe sich das Gewässer in den vergangenen Jahren nicht sonderlich gut entwickelt.

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Jetzt wurden die Gewässer umgestaltet, um die Artenvielfalt am Teich wiederzubeleben. An jeweils einer Seite der beiden Teiche wurden Flachwasserzonen eingerichtet und mit einem kleinen Bagger das Ufergebüsch beseitigt, das der Röhrichtvegetation das Licht genommen hatte. 2000 Euro haben die Maßnahmen zur sogenannten Renaturierung des Teichs gekostet. Da sich das Gelände in öffentlicher Hand befindet, konnten die Arbeiten zügig durchgeführt werden. Die Baggerarbeiten sind bereits abgeschlossen, eventuell werden jetzt noch Pflanzensamen verteilt, um die Natur auf ihrem Weg zurück zu sich selbst zu unterstützen.

Wenn sich die ersten Pflänzchen im Wasser angesiedelt haben, dürften Tiere wie Wasserschnecken, Libellenlarven und Kaulquappen nicht lange auf sich warten lassen. Dort finden sie genauso Unterschlupf wie Kleinkrebse, Molche und Jungfische.

Wer das umgestaltete Biotop mal betrachten möchte, muss sich auf schwer zugängliches Gelände mit Brennesseln, Mücken und Brombeer-Dickichten einstellen. "Wenn im Mai aber alles blüht und die Insekten summen, zeigt sich ein wunderschönes Bild", sagt Ahrendt.

(lukra)
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