Goch: Neue Strukturen für Astra und Jugendamt

Goch: Neue Strukturen für Astra und Jugendamt

Ein Dreier-Team ist künftig fürs Jugendzentrum Astra zuständig, ein neues Konzept und Ideen für bauliche Verbesserung sind in Vorbereitung. Hermann-Josef Kleinen ist Fachbereichsleiter, Judith Boell die Jugendamtsleiterin.

Erst musste der Fachbereich Jugend personell und organisatorisch umgestellt werden, jetzt kann auch das Jugendzentrum Astra in eine neue Zukunft aufbrechen. Vor geraumer Zeit hatte der Gocher Stadtrat eine Neukonzeption der offenen Jugendarbeit beschlossen, ein auswärtiger Pädagoge schriftlich niedergelegt, was alles nötig und wünschenswert wäre. Bereits im März beschloss der Jugendhilfeausschuss, das Konzept von Frank Geldmacher umzusetzen, seitdem ruhten die Ideen, weil der Bereich Jugend komplett neu aufgestellt werden musste. Das ist nun geschehen.

Hermann-Josef Kleinen, bisher unter anderem für die Kultur zuständig, ist nun Fachbereichsleiter Jugend, Schule und Sport. Das Jugendamt leitet seit Oktober Judith Boell aus Xanten. Die 34-Jährige arbeitete nach dem Studium der Sozialarbeit beim Kreis Wesel und arbeitete sich in den vergangenen Monaten in Goch ein. Mit den Schulsozialarbeitern und natürlich auch mit dem Astra-Team steht sie in engem Austausch.

Nicht zuletzt personell hatte Gochs Jugendeinrichtung Probleme. Insbesondere, seit das Jugendheim zum Kindergarten wurde und für die Älteren nur die Räume der ehemaligen Standortverwaltung am Rande des Kasernengebiets blieben, waren die Möglichkeiten knapp. Björn Peters, der inzwischen den "Focus" in Uedem leitet, war mit der Arbeit weitgehend allein. Wechselnde Studenten als Hilfskräfte konnten das fehlende Fachpersonal nicht ausgleichen. Das alles hat die Gocher Politik gewusst und endlich einen Stellenmehrbedarf anerkannt. "Künftig werden wir drei Stellen im Astra ansiedeln. Ein Kollege wird für die Kinder zuständig sein, einer für die Jugendlichen und einer soll aufsuchende Jugendarbeit leisten. Einen regelrechten Leiter soll es nicht mehr geben. Die Koordination werde aus der Verwaltung heraus geleistet, sagt Kleinen. Zwei der Positionen sind schon besetzt.

"Es besteht darüber hinaus die Absicht, Externe dazu zu holen, etwa als Jahrespraktikanten", erklärt Judith Boell. Die neuen Mitarbeiter sollen intensiv in die Frage eingebunden werden, wie sich das künftige Astra baulich verändern soll. Welche bislang garagenartigen Räume sollen beheizt und künftig intensiver genutzt werden, was ist an Ausstattung nötig? Auch über die Außenanlage, die bekanntlich an "Neu-See-Land" angrenzt, wird zu sprechen sein. "Das Astra soll sich öffnen, will sich nicht gegen das Wohngebiet abschotten, andererseits müssen die Mitarbeiter eine Chance haben, das Geschehen im Blick zu behalten", gibt Kleinen zu bedenken. Die Mitarbeiter des Jugendheims sollen, wenn das Team komplett ist, die Chance bekommen, ihre künftige Arbeitsweise intensiv zu planen. Sicher werden sie neue Angebote schaffen, aber auch Bewährtes fortsetzen.

Die Kollegen im Rathaus sind auf drei Bereiche aufgeteilt: Hilfe zur Erziehung, Pädagogische Dienste und Verwaltung / Finanzen. Rund drei neue Stellen sind geschaffen worden; sie mit Fachkräften zu besetzen sei nicht einfach. Denn die allgemeinen und speziellen Aufgaben im Jugendbereich werden in allen Kommunen umfangreicher, sehr viele Städte suchen Personal. Nicht zuletzt die Verbindung Schule / Jugendamt werde immer enger, etwa durch die steigende Zahl von Kindern mit seelischen Beeinträchtigungen, die Regelschulen besuchen. Viele Familien in schwierigen Lebenssituationen hätten Beratungsbedarf, immer mehr Beteiligte seien involviert. Um so wichtiger, dass es ein niedrigschwelliges Angebot wie das im Astra gebe.

(RP)