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Goch: Neue Kiesabgrabung in Weeze

Goch : Neue Kiesabgrabung in Weeze

Goch/weeze Die Kiesbaggerei Knappheide in Weeze plant auf einer Fläche von knapp 57 Hektar nahe der Autobahnauffahrt Goch-Weeze eine neue Abgrabung. Zudem wollte sie außerhalb des Abgrabungsbereichs weitere sieben Hektar für eine Aufbereitungsanlage nutzen. Die Gemeinde unterstützt das Vorhaben und auch den Standortwunsch. Der Kreis als Genehmigunsgbehörde (Untere Landschaftsbehörde) hat keine grundsätzlichen Bedenken, wohl aber etwas gegen den ursprünglich geplanten Standort.

Goch / weeze Die Kiesbaggerei Knappheide in Weeze plant auf einer Fläche von knapp 57 Hektar nahe der Autobahnauffahrt Goch-Weeze eine neue Abgrabung. Zudem wollte sie außerhalb des Abgrabungsbereichs weitere sieben Hektar für eine Aufbereitungsanlage nutzen. Die Gemeinde unterstützt das Vorhaben und auch den Standortwunsch. Der Kreis als Genehmigunsgbehörde (Untere Landschaftsbehörde) hat keine grundsätzlichen Bedenken, wohl aber etwas gegen den ursprünglich geplanten Standort.

Abstand zur Wohnbebauung

"Landschaftsplanerisch ist eine Konzentration von Abgrabungsflächen gewollt, deshalb verbietet sich der beantragte Standort zwischen Bahnlinie und B 9", sagt Hermann Reynders vom Kreis Kleve. Aus Gründen des Immissionsschutzes – also vermeidbarer Lärmbelästigung – müsse zudem ein gewisser Abstand zur vorhandenen Wohnbebauung eingehalten werden.

Im Grenzgebiet Goch-Weeze gibt es seit vielen Jahren die Auskiesung Hösterfeld nördlich der Autobahn. Hier weiter zu graben, wäre den Behörden am liebsten gewesen, aber der Betriebsstandort könne aus technischen Gründen nicht weiter genutzt werden. "Der Gebietsentwicklungsplan ermöglicht eine Auskiesung jenseits der Bahn nahe der bestehenden renaturierten Altabgrabung. Hingegen wäre eine Aufbereitungsanlage zwischen Bahn und B 9 sehr problematisch. Sand und Kies müssen ja zur Aufbereitungsanlage kommen, und das wollte das Unternehmen mit einem Rohrleitungssystem bewerkstelligen. Das hätte dann hoch über die Bahn führen müssen und wäre optisch sehr stark wahrnehmbar gewesen. Und sehr teuer noch dazu", erklärt Reynders. Der Antragsteller habe sich inzwischen einsichtig gezeigt und akzeptiere den Vorschlag der Kreisverwaltung. Wilhelm Moll-Tönnesen, Fachbereichsleiter bei der Gemeinde Weeze, hält den neuen Plan schon deshalb für schlecht, weil aus ihm eine erheblich längere Anfahrt zur Autobahn resultiere. "Wir fänden ein Förderband oder Rohrleitungen umweltverträglicher als Schwerlastverkehr", sagt er. Reynders hingegen betont, der "Umweg" betrage nur etwa 500 Meter. Eine Zuwegung auf die stark befahrene B 9 wäre in diesem Bereich zu gefährlich.

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Nach Ansicht des Kreises ist jede Auskiesung ein "schwerer Eingriff in die Landschaft". Abgrabungsgelände sollten möglichst wenig sichtbar und durch viel Begrünung abgeschirmt sein. "Im Gebiet Hüdderath bei Kevelaer ist das in Maßen gelungen. Aber auch dort ist der Bagger von der B 9 aus gut zu sehen." Weezes Bürgermeister Ulrich Francken sagt, mit der Umplanung "nicht glücklich" zu sein. Allerdings habe das Unternehmen, mit dem die Gemeinde seit Jahrzehnten gut zusammenarbeite und das direkt und indirekt viele Arbeitsplätze sichere, auch den neuen Standort schließlich akzeptiert.

(RP)