Goch: Nächtlicher Regen mit Sternschnuppen

Goch : Nächtlicher Regen mit Sternschnuppen

Der August gilt als Sternschnuppen-Monat. Warum Romantiker und Hobby-Astronomen besonders in den kommenden Nächten auf einen wolkenfreien Blick in den Himmel hoffen sollten, hat RP-Redakteur Christian Breuer vom Vorsitzenden der Volkssternwarte Goch/Kleve, Hartmut Sittel, erfahren.

Derzeit sind in der Nacht mehr Sternschnuppen als sonst zu beobachten – woran liegt das?

Sittel Im August kreuzt die Erde die Bahn eines Kometen. Dieser Komet, der den Namen Swift-Tuttle trägt, hinterlässt auf seinem Weg um die Sonne eine Staub- und Trümmerwolke. Und wenn diese Kometenreste auf die Erdatmosphäre treffen, kommt es zu den bekannten Leuchterscheinungen, die von Astronomen als Meteore bezeichnet werden.

Besteht die Gefahr, dass diese Trümmerteile die Erde erreichen?

Sittel Nein, es handelt sich um sehr kleine Objekte, die größten sind vielleicht so groß wie ein Fingernagel. Sie treffen mit hoher Geschwindigkeit auf die äußeren Schichten der Erdamtosphäre, das führt zu Reibungsenergie. Dadurch werden die Trümmerteile komplett zerstört, vom Boden aus sieht man eine Sternschnuppe.

Und dann hat man einen Wunsch frei . . .

Sittel (lacht) Ich wünsche mir nichts mehr, aber das ist natürlich jedem Beobachter selbst überlassen.

Gibt es besonders gute Beobachtungszeiten?

Sittel In diesem Jahr ist das Maximum des Meteoritenschauers für die Nacht von Donnerstag auf Freitag vorausgesagt, allerdings in den frühen Morgenstunden, also nicht ideal für die Beobachtung. Aber auch jetzt kann sich ein Blick in Richtung Nordost lohnen.

Warum in diese Richtung?

Sittel Dort liegt das Sternbild des Perseus, und in der Nähe dieses Sternbildes sind die meisten Sternschnuppen zu erwarten – daher bezeichnet man diese Meteoriten, die regelmäßig im August auftauchen, als Perseiden. Gegen Mitternacht ist das Sternbild Perseus etwa zwei bis drei Handbreit über dem Horizont zu sehen, wenn es dunkel genug ist.

Ist Streulicht ein Problem?

Sittel Ja!. Viele Straßen sind die ganze Nacht beleuchtet, auf einigen Feldern brennt auch Licht in Gewächshäusern. Dieses wird durch die Luftfeuchtigkeit reflektiert, so wird die Atomsphäre aufgehellt, was eine Beobachtung von Sternen erschwert.

Vielen Dank für das Gespräch.

Info Die Volkssternwarte in Goch-Nierswalde hat jeden Freitag ab 20.15 Uhr geöffnet. Mehr auch im Internet auf der Homepage unter www.volkssternwarte-goch-kleve.de

(RP)
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