Nach Brand in Kehrum funktioniert Service wieder reibungslos

Kehrum : Krankenhaus-Mahlzeiten wie gewohnt

„4 K“, die Service-Gesellschaft des Katholischen Karl-Leisner-Klinikums, funktionierte bereits am Tag nach dem Brand wie gewohnt. Inzwischen sind die beim Feuer zerstörten Lastkraftwagen ersetzt. Ein Brandsachverständiger ermittelt.

Es war ein großer Schrecken, „ein riesiger Schrecken“, gibt Bernd Knipper zu. Der Leiter des Verpflegungsmanagements bei „4K“, der Service-Gesellschaft der Katholischen Karl-Leisner-Trägergesellschaft, musste am Wochenende mit seinem Team dafür sorgen, dass der Verlust der Kühl-Lkw durch Brand von den Patienten und sonstigen Kunden praktisch nicht bemerkt wurde. „Wir haben ein Ausfallsicherungskonzept, das auf alle Eventualitäten eine Antwort hat. Ausgebrannte Lkw haben uns gefordert, aber keine gravierenden Folgen gehabt.“ Alle Patienten der versorgten Krankenhäuser und auch die Altenheime, deren Bewohner sich auf „4 K“ verlassen, haben ihre Mahlzeiten dennoch wie gewohnt geliefert bekommen.

Etwa gegen Mitternacht in der Nacht auf Samstag hatte Kalkars Feuerwehr zu Fahrzeugbränden im Industriegebiet Kehrum ausrücken müssen. Erst an der Reeser Straße, dann auf der anderen Seite der Bundesstraße 57, an der Wöhrmannstraße. Brandstiftung ist eine mögliche Ursache. In Kehrum produziert „4K“, was für die vier gleichen Buchstaben bei den Katholischen Leisner-Kliniken im Kreis Kleve steht, Mahlzeiten für die Häuser der eigenen Trägergesellschaft, aber auch für andere Krankenhäuser und Senioreneinrichtungen. Zwei Kühl-Lkw, die Tag für Tag mit (fast) fertig gekochtem Essen zu den Standorten fahren, brannten aus, ein dritter  nahm erheblichen Schaden.

Holger Hagemann, der Regionaldirektor des Klever Krankenhauses, zeigte sich im RP-Gespräch erleichtert und auch beeindruckt davon, wie die Notlage gemanagt wurde. „Wir haben für alle Bereiche unserer Klinikgesellschaft Notfallkonzepte. Das für den Bereich der Verpflegung konnte sich jetzt beweisen: Alles funktionierte gut, neue Lastwagen standen schnell zur Verfügung, lediglich das Frühstück kam vielleicht eine Viertelstunde später als gewohnt.“

Die warmen Mahlzeiten – etwa 6000 pro Tag – werden in der Zentralküche von „4K“ nach dem so genannten „Cook & Chill“-Verfahren hergestellt. Kurz bevor das Essen komplett gegart ist, wird es vom Strom genommen und in die Kühl-Lastwagen gebracht. Die fahren die Häuser und Heime an, zu Ende gegart werden die Mahlzeiten dann in speziellen Geräten auf den Stationen. So kommt das Essen praktisch fertig gekocht zur Kundschaft, die vom besserem Geschmack und dem weitgehenden Erhalt der Vitamine profitieren soll.

Bernd Knipper berichtet von einem Netzwerk von Unternehmen der Branche, die sich bei Bedarf untereinander helfen. So seien am Wochenende zunächst andere Fahrzeuge der eigenen Unternehmensgruppe, die nur montags bis freitags Care-Produke aus Uedem zu den Klinikstandorten bringen, genutzt worden. Schon am Montag hätten dann wieder drei Kühl-Lkw, wie sie für den Transport der Mahlzeiten genutzt werden, zur Verfügung gestanden.

Die Küche selbst war durch die Flammen oder Hitze nicht beschädigt worden, lediglich eine Lagerhalle in unmittelbarer Nähe der abgestellten Lastwagen hatte Schaden genommen. Zur Brandursache konnte die Kreispolizei am Montag noch keine Angaben machen.  Brandstiftung oder technischer Defekt kommen in Frage.

Mehr von RP ONLINE