Goch: Mumaaso gibt Zukunft

Goch: Mumaaso gibt Zukunft

Vier Jahre harte Arbeit – und große Erfolge: Der Kesseler Verein Mumaaso ermöglicht Waisenkindern nicht nur den teuren Schulbesuch, sondern auch eine Berufsausbildung. Gibt Zukunft, wo Hoffnungslosigkeit herrschte.

Es war ein harter, ein steiniger Weg. Arbeit, die für "Ehrenamt" eigentlich viel zu viel und zu anstrengend ist. Aber Mumaaso, das ist ugandisch und heißt Zukunft. Und das steht, irgendwie, auch für Hoffnung. "Es geht uns immer um die Menschenwürde", sagt Marleen Schwiebbe, Vorsitzende des Kesseler Vereins, der inzwischen im besten Sinne zu einer örtlichen Volksbewegung geworden ist.

Medizinisch und sozial

Die Arbeit? Knapp umschreibt Marleen Schwiebbe sie so: "Eine Zukunft möchte der 2007 neu gegründete Verein Waisenkindern im Distrikt Masaka geben, die aufgrund ihrer sozialen Notlage keine Möglichkeit haben, kostenpflichtige Schulen zu besuchen. Die Aufgabe des Projekts umfasst, außer der schulischen Förderung auch die medizinische und soziale Betreuung der Kinder." In den vier Jahren ist unendlich viel geschehen. Und ständig ändert sich was. "Wir sind eine kleine, schlagkräftige Gruppe, es gibt kurze Entscheidungswege, wir können schnell reagieren."

Zukunft – das heißt, neben genug Essen, vor allem erst mal: Schule! "In Uganda ist das Bildungssystem sehr kompliziert, bei den weiterführenden Schulen auch noch ungegliedert", berichtet Marleen Schwiebbe. "Die Schulen sind zwar staatlich kontrolliert, aber es sind knallharte Wirtschaftsunternehmen." Das bedeutet: viel Schulgeld und wenig Motivation für die schwächeren Schüler. Die springen vorher ab, haben viel Lehrgeld bezahlt und dann doch keine Zukunft.

"Die Motivation der Schwachen ist ein Riesen-Problem", sagt Marleen Schwiebbe. "Es hat uns Zeit und sehr viel Überzeugungskraft gekostet, zu vermitteln, dass es nicht ein Universitätsabschluss sein muss, zumal dann oft Arbeitslosigkeit droht. Aber Handwerk? Da rümpfen die Menschen erst einmal die Nase."

Inzwischen sind die Kesseler Mumaaso-Aktiven aber viel, viel weiter. John, der gerade seinen Berufsabschluss als Schlosser gemacht hat, ist das beste Beispiel dafür. Er kann nun auf eigenen Füßen stehen, Geld verdienen. Und da schließt sich der Kreis in Sachen Menschenwürde: ein selbstbestimmtes Leben, eine Existenz. Zukunft eben.

Und das gilt ebenso für die Mädchen, die das Friseur- oder das Schneider-Handwerk erlernen. Ihnen Mikrokredite zu vermitteln – "das war eine der Überlegungen, die wir hatten", erzählt Marleen Schwiebbe. Sie erwiesen sich erfreulicherweise als überflüssig. "Denn die Mädchen können schon während der Ausbildung Geld verdienen, von dem sie etwas zur Seite legen. Dann können sie sich selbst beispielsweise die notwendige Nähmaschine kaufen."

Das alles klappt so gut, weil sich Marleen Schwiebbe (sie selbst war seit 2007 schon zehnmal auf eigene Kosten in Uganda) und das ganze Mumaaso-Team vor Ort Vertrauen erarbeitet haben. Die Menschen haben gemerkt: Diese Europäer, die meinen es ernst. Und die bleiben am Ball. Für Mumaaso, für Zukunft.

(RP/rl)