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Listenplatz von Jörg Lorenz aus Uedem reicht nicht für Mandat

Bundestagswahl : Bald Rentner statt Abgeordneter

Jörg Lorenz aus Uedem wäre gerne in den Bundestag eingezogen. Doch sein Listenplatz 66 genügte dafür nicht, selbst Platz 37 von Bodo Wißen aus Rees zieht nicht. Für Lorenz ist klar, dass Olaf Scholz Bundeskanzler werden muss.

In der Brust dieses Mannes schlagen verschiedene Herzen. Rot sind sie alle, aber sie konkurrieren dennoch miteinander. Jörg Lorenz aus Uedem, 65 Jahre alt, ist hauptberuflich bei der NRW-SPD in Düsseldorf beschäftigt. Klar, dass er, beflügelt vom Abschneiden seiner Partei bei der Bundestagswahl, jetzt größte Mühe in die Vorbereitung des Landtagswahlkampfes legen wird, damit seine Partei sich womöglich auch am 15. Mai 2022 durchsetzen wird. Der Jubel über Platz 1 des Kollegen Olaf Scholz in Berlin ist selbstverständlich, schließlich war vor wenigen Monaten noch nicht abzusehen, dass die SPD womöglich sogar den Bundeskanzler stellen würde. Aber dann gibt es noch einen sehr persönlichen Grund, doch nicht ganz so glücklich zu sein: Jörg Lorenz wäre so gern zum Abschluss seiner beruflichen Karriere in den Bundestag eingezogen. Daraus wird nun nichts.

„Diese Hoffnung hat sich leider in Luft aufgelöst. Es wäre mein absoluter Lebenstraum gewesen, den Niederrhein in Berlin zu vertreten. Etwas Größeres für sein Land zu tun gibt es nicht.“ Als langjähriger Kreisgeschäftsführer seiner Partei war er einst für die Wahlkreisarbeit  der Abgeordneten Barbara Hendricks verantwortlich und kann entsprechend einschätzen, was ihm entgeht. Lorenz war jetzt aber nicht der SPD-Kandidat des Kreises Kleve   – das war Bodo Wißen, der ebenfalls nicht umziehen muss. Aber während für den Parteifreund aus Rees mit dem Listenplatz 37 bis zum späten Wahlabend ein Rest Hoffnung bestand, doch berücksichtigt zu werden, war für den Uedemer seit einigen Tagen klar, dass er leer ausgehen würde. „Mit Platz 66 auf der Landesliste hätte der Unterschied an der Spitze mindestens fünf Prozentpunkte betragen müssen. Die CDU hätte unter 30 Prozent bleiben und damit eine Menge Ausgleichsmandate hervorrufen müssen. Davon lagen waren wir am Ende dann doch weit entfernt.“

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Was bedeutet, dass Jörg Lorenz weiter im Uedemer Gemeinderat SPD-Politik machen kann und nach dem NRW-Wahlkampf in Rente gehen wird. Wie es nun in Berlin weitergeht, verfolgt er natürlich mit größter Spannung. „Das Besondere diesmal ist ja, dass sich erstmal Grüne und FDP an einen Tisch setzen werden und ausloten, ob und wie sie zusammenarbeiten können. Dann signalisieren sie den Großen, dass sie soweit sind. Für mich ist aber klar, dass Olaf Scholz am Zuge ist, schließlich hat die CDU das schlechteste Ergebnis eingefahren, das sie je geholt hat. Und das verdankt sie nicht zuletzt Armin Laschet.“