Goch: Leben in die Bude!

Goch : Leben in die Bude!

Weg mit den Resten der Kaserne, her mit einem neuen Stadtteil: Am 2. Dezember geht's los. Die Bürger sind gefragt, aufgerufen, mitzumachen. Es gibt keine vorgefertigten Modelle, sondern echte Beteiligung.

Es roch nicht nach "Altertum" und Muff, sondern nach frischem Kaffee. Die Heizung funktioniert auch noch — wichtig für den 2. Dezember. Gestern stellten Bürgermeister Karl-Heinz Otto und Mitstreiter der Stadt vor, was lange währte und nun gut wird — wenn viele, viele Gocher mitmachen. Am 2. Dezember gibt es auf dem Gelände der Reichswaldkaserne im Gebäude Nummer sechs die große Auftaktveranstaltung fürs Projekt "miteinander Stadt gestalten".

Leben in die Bude, sprich, erst in das Gebäude und dann aufs Kasernengelände! "Wir haben von Anfang an gesagt, dass wir die Planungen gemeinsam entwickeln und nicht erst irgendwelche durchgeplanten Ideen fertigen wollen", so gestern Karl-Heinz Otto vor der Presse. "Und nun werden wir mal schauen, wer interessiert ist. Angesprochen sind ausdrücklich alle Gocher! Ich bin wirklich unglaublich gespannt auf die Ideen und drauf, wie das Ganze ablaufen wird." Bis zum kommenden Sommer soll das Verfahren abgeschlossen sein. Brandeilig sei es schließlich nicht, gut solle es werden.

Das Kernstück

Kernstück: die Frage, wie gewohnt, gelebt wird im neuen Viertel. Carlo Marks und Wolfgang Jansen, Geschäftsführer der stadteigenen Entwicklungsgesellschaft GO!, machten deutlich, das sei sicher nicht das großstädtische "Alles auf einer Etage", aber es seien vielleicht auch nicht die derzeit vorherrschenden Wohnkonzepte. Marks: "Man bemerkt einen Wandel bei der Frage, wie sich Menschen Wohnen für ihre jeweilige Lebenssituation vorstellen. Da gibt es Häuser, die zu groß geworden sind, da müssen Menschen, wenn sie älter werden, aus ihrer vertrauten Wohnung hinaus. Wir wollen mit den Bürgern intelligente Stadtviertel-Konzepte erarbeiten, die so etwas vielleicht überflüssig machen!"

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Die Ideensammlung für dieses Projekt soll möglichst groß werden. Fachleute werden ausdrücklich nicht gesucht für die Arbeitsgruppen. Experten sind dabei, aber mehr als Motoren, Ideengeber. Klingende Namen sind es, die gestern genannt wurden. Die Zusammenarbeit mit dem Deutschen Werkbund und dem Adolf-Grimme-Institut macht es möglich, aber auch Gocher wie der Architekt Dr. Klaus Völling machen als Ideengeber mit. Eine Gruppe wird sich ab Januar mit Wohnformen beschäftigen, eine andere mit der (Grün-)Gestaltung des Ortsteiles, die dritte damit, was in Sachen Energiesparen (Stichwort Passivhaus) möglich, sinnvoll oder nötig ist. Anmeldungen für jede der Werkstätten werden ab dem 3. Dezember, also einen Tag nach dem Info-Abend, angenommen.

(RP)