Goch : Leben bis zuletzt

Seit fünf Jahren gibt es die Malteser-Hospizgruppe Goch-Uedem schon. Mittlerweile ist ihre Arbeit gefragter denn je. Aus diesem Grunde werden neue, ehrenamtliche Mitarbeiter gesucht. Die Ausbildung dauert ein halbes Jahr.

Goch/Uedem Hospiz. Das ist für viele Menschen ein sensibler Begriff. Er wird oftmals vergessen, ja sogar verdrängt. Denn Hospizarbeit ist die Hilfe in den letzten Stunden. Hospiz — das bedeutet Tod. "Aus diesem Grunde benutzen wir diesen Begriff manchmal gar nicht. Dann sind wir einfach der Besuchsdienst, der wachsame Begleiter", sagt Maria Küsters.

Die Uedemerin ist die Koordinatorin der ambulanten Malteser-Hospizgruppe Goch-Uedem — bestehend aus 25 Männern und Frauen unterschiedlichen Alters. Vor fünf Jahren haben sie sich gegründet. Nun suchen sie Nachwuchs. "Unsere Arbeit ist gefragter denn je. Aus diesem Grunde benötigen wir dringend neue, ehrenamtliche Helfer", sagt auch Wolfgang Feldmann und ergänzt: "Voraussetzung dafür ist allerdings eine qualifizierte Ausbildung."

Diese nimmt der Uedemer Pastoralreferent zusammen mit Thorsten Hillmann, Leiter eines ambulanten Kinder- und Jugendhospizes in Dortmund, vor. "Wir arbeiten nach dem Celler Modell. Das heißt, die Ausbildung basiert auf eine christliche Grundlage", so Feldmann.

Und das ist der Gruppe auch wichtig. "Das Credo der Hospizarbeit ist die klare Absage an die aktive Sterbehilfe", sagt Küsters. Hospiz — das ist Leben bis zuletzt. "Wir stellen die Sterbenden und ihre Angehörigen in den Mittelpunkt unseres Dienstes", so Küsters. Nationalität und Konfession spielen dabei keine Rolle.

Da es sich bei den Maltesern aus Goch und Uedem aber um eine ambulante Hospizgruppe handelt, werden die angefragten und angebotenen Dienste — der Telefon-, Fahr-, Besuchs- und Sitzwachdienst — überall dort zu Verfügung gestellt, wo Menschen sterben. Das kann im Krankenhaus, im Alten- und Pflegeheimen sein, aber auch zu Hause.

Keine Therapiegruppe

Wer sich für die Arbeit bei der ambulanten Hospizgruppe Goch-Uedem interessiert, der kann an einem unverbindlichen Infoabend (siehe Infokasten) teilnehmen. Erst danach fängt der eigentliche Ausbildungskursus, der von November bis April/Mai geht und etwa 100 bis 120 Übungsstunden beinhaltet, an. Die Kosten dafür betragen 50 Euro, bei aktiver Mitarbeit werden sie jedoch wieder zurück erstattet.

Generelle Voraussetzungen für die Arbeit in einer Hospizgruppe gibt es nicht. "Allerdings sind wir keine Therapiegruppe. Das heißt, der Interessent sollte eine gesunde Psyche haben", sagt Küsters und ergänzt: "Man muss bereit sein und gut zuhören können. Auch Männer, die platt sprechen, sind gerne gesehen."

(juls)
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