Lars Ritter bekommt für "Crèmepott" ein Stipendium des Landes

Creme- und Seifenherstellung in kleinen Mengen für verschiedene Kunden – Geschäftsidee aus Kalkar. : Lars Ritters „Crèmepott“: ein gründungswürdiges Unternehmen

Im Kalkarer Gründerzentrum starten viele junge Unternehmen in eine hoffnungsvolle Zukunft. Einer von ihnen ist ein 46-jähriger Lebensmittelingenieur.

Jahrelang dümpelte Kalkars Gründerzentrum vor sich hin, seit einiger Zeit jedoch macht es seinem Namen alle Ehre. Seit Wirtschaftsförderer Bruno Ketteler und Haus-Manager Christian van Aerssen sich der Sache gemeinsam angenommen haben, läuft der Laden. „Wir sind ausverkauft, es gibt sogar eine Warteliste für die Büros“, erzählt Ketteler. Neben vielen anderen Jungunternehmern ist auch Lars Ritter dort aktiv. Der Lebensmittelingenieur der Fachrichtung Kosmetik und Waschmittel ist einer von landesweit 1000 Stipendiaten, die das Land Nordrhein-Westfalen unterstützt, weil eine Fachjury an die Gründungsidee glaubt. Im Fall des Gochers mit Unternehmenssitz in Kalkar-Kehrum geht es um eine Lohn-Manufaktur. Im Auftrag seiner Kunden produziert der 46-Jährige kleine Chargen Cremes und Seifen. Einige fertigt er auch nach eigenen Rezepten.

Ein Jahr lang wird er monatlich mit 1000 Euro vom Land unterstützt. Ritter unterhält davon seine Fertigungshalle und einen Lagerraum, personell beschränkt er sich vorerst auf wenige Aushilfskräfte. „Ich will erst sicher sein, dass die Firma längerfristig gut läuft.“ Die Jury hatte er mit einem Kurzfilm überzeugt, in dem er zeigt, wie schwer es ein imaginärer Friseur hat, seine Erfindung eines Glatzenmittels an den Mann zu bringen:  Es muss nach strengen Hygienerichtlinien hergestellt werden, in kleinen Mengen produziert werden können, ansprechend verpackt und professionell vertrieben werden. Die Lösung könnte ein Betrieb sein, der all das im Auftrag des Frisörs kann – so wie der, den Lars Ritter gegründet hat.

Der frühere Chemielaborant, der sein Fachabitur und ein Studium nachholte, wollte gerne praktisch arbeiten. Naturkosmetik interessierte ihn besonders, und diese Richtung passt ja auch in die Zeit. „Seit ,Greta’ sind Seifenstücke wieder viel stärker gefragt“, erzählt er schmunzelnd. Seine Tinkturen und ätherischen Öle kommen auch nicht komplett ohne Chemie aus; Emulgatoren etwa sind nötig, damit sich Öl und Wasser vermischen. Aber die Konservierung geschieht so umwelt- und hautfreundlich wie möglich. Begeistert ist Ritter vom Service im Gründerzentrum, vom kollegialen Miteinander der Nachwuchs-Unternehmer und von der professionellen Betreuung durch van Aersen. Wirtschaftsförderer und Bürgermeisterin wiederum sind froh darüber, dass das Haus nun seinem Anspruch gerecht wird, Gründern zu einem guten Start zu verhelfen.

Lars Ritter verkauft seine duftenden Seifen und belebenden Crèmes übers Internet und auf Märkten. In Xanten und in Graefenthal wird er auf den Weihnachtsmärkten vertreten sein, in Kalkar hoffentlich auch, merkt Bürgermeisterin Britta Schulz an.

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