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Landesbetrieb stellt in Uedem Pläne zur B67n vor

Gemeindeentwicklung : Großes Interesse an den Plänen zur B67n

Der Landesbetrieb Straßen.NRW stellte den Stand der Ortsumgehung vor und erläuterte, warum die Alternative L5n keine ist.

Rund 150 Bürger waren der Einladung zum Gemeindeentwicklungsausschuss gefolgt, um den Ausführungen des Landesbetriebs zum Thema B67n zu folgen. Die Ortsumgehung, die eines fernen Tages A3 und A57 verbinden soll, sorgt schon seit Jahren für Gesprächsstoff. Am Donnerstagabend war es an Klaus Münster von Straßen.NRW, die Uedemer Politik und die Öffentlichkeit im Bürgerhaus auf den aktuellen Stand der Planung zu bringen.

Die Trasse, deren Streckenverlauf bereits 2005 festgelegt wurde, hat eine Länge von 9,3 Kilometern, soll 40 Millionen Euro kosten und laut Prognose im Jahr 2030 täglich 16.000 Fahrzeuge zwischen der A3 bei Isselburg und der A57 im Osten von Uedem vorbeiführen. Aktuell befinde man sich am Ende des Vorentwurfs, nächster Schritt sei das Planfeststellungsverfahren, mit dessen Beginn die Behörde im kommenden Jahr rechnet.

Vom Ausschuss zu einer Aussage genötigt, wurde der Baubeginn grob geschätzt mit 2022 angegeben. Klaus Münster sagte voraus, dass die Verkehrsentlastung für den Uedemer Ortskern im Jahr 2030 bei 50 Prozent im Vergleich zu heute liegen werde.

Auch auf die von einigen Bürgern favorisierte Alternative, eine Kombination aus B67n und L5n, ging der Experte ein. Die dadurch entstehende Trasse wäre fünf Kilometer länger, der Eingriff in die Umgebung also deutlich größer. Die Kurven der Streckenführung wären darüber hinaus „nicht richtlinienkonform“, eine neue und damit für Uedem zweite Anschlusstelle zur A57 würde der Bund so gut wie sicher nicht genehmigen und überdies würden einige Navigationssysteme dann trotzdem noch eine Durchfahrt durch Uedem empfehlen. Die Alternative, für die die Bürgerinitiative „Uedem einzigartig“ eine Liste mit 1800 Unterschriften gesammelt und an den Bürgermeister übergeben hatte, ist laut Landesbetrieb also keine.

Folglich kam Münster wieder auf die vom Landesbetrieb vorgesehene Route zurück und führte aus, welche „Umwelt-Ersatzmaßnahmen“ für die Flächenversiegelung in Höhe von rund 45 Hektar geplant sind und das aufgrund ausreichender Entfernung zur Wohnbebauung keine großflächigen Lärmschutzmaßnahmen erforderlich seien. Lediglich für einige alleinstehende Gebäude müsse „passiver Lärmschutz“ errichtet werden. Die Wirtschaftswege für die Landwirte würden parallel zur Trasse angeordnet.

Auch wenn auf Fragen von Ausschussmitgliedern nicht immer mit derselben Souveränität geantwortet wurde wie sie zuvor beim Vortrag zu spüren war, vermittelten Klaus Münster und seine Kollegen vom Landesbetrieb durchgehend den Eindruck, dass es an der im Bundesverkehrswegeplan vorgesehenen und damit „zügig umzusetzenden“ Straße in der vorgestellten Form keinen Zweifel gebe. Die B67n wird kommen, und zwar ziemlich sicher genau so, wie sie hier vorgestellt wurde, so die Botschaft.

Da die Vertreter von Straßen.NRW aber spürten, dass so mancher Zuhörer da durchaus noch Rückfragen oder gar eine andere Meinung hat, verwiesen sie auf die Öffentlichkeitsbeteiligung „in rund zwei bis drei Monaten. „Dann schlägt Ihre große Stunde“, so Christoph Jansen, Leiter der Regionalniederlassung Niederrhein bei Straßen.NRW.

Denn wie hatte der Ausschussvorsitzende Jörg Lorenz (SPD) gleich zu Beginn der Veranstaltung mit Verweis auf das Mitwirkungsrecht gesagt: „Sie dürfen hier heute zuhören. Zuhören.“ Im Frühjahr dürfen die Uedemer dann auch etwas sagen.