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Goch: "Lago" wartet auf Wasser aus der Niers

Goch : "Lago" wartet auf Wasser aus der Niers

Seit Jahren ist der geplante See, der mit der Niers verbunden werden soll, nicht mehr als eine Kuhle. Der Investor gibt den Umweltauflagen die Schuld. Mieter beklagen zudem Lärm - Gastronom Weiner bangt um seine Existenz.

Die Freude war groß, als vor Jahren eine Folgenutzung für die alte Domsamenhalle gefunden wurde: eine schicke Gaststätte mit Außengastronomie unten, oben Büros und im Anbau großzügige Wohnungen. Für die Asylbewerber, die dort jahrelang wohnten, fand die Stadt Kevelaer andere Unterkünfte. Auch für den Fremdenverkehr sollte die Gastronomie samt Umfeld eine gute Adresse sein, denn Kevelaer träumte von einem Kanal, der die Niers mit einem kleinen See vor dem "Lago" verbinden sollte. Dort würden sommertags Paddler ihre Boote festbinden und Pause im Gartencafé machen. Was ist daraus geworden? Jede Menge Ärger. Unzufriedene Mieter und ein Wirt, der nicht weiß, wie es weitergehen soll.

Nach fünf Jahren ist der "See" nur eine Kuhle, die nach Dauerregen etwas Wasser enthält. Es gibt weder eine Anbindung an die Niers, noch die geplante Fontäne. Die KBV-Fraktion hatte kürzlich eine Anfrage an den Bürgermeister gestellt, wann in Schravelen mit einer Fortführung der Maßnahmen zu rechnen sei.

Thomas Weiner, Betreiber des "Lago", sieht da schwarz. Er wartet bis heute vergebens auf eine Befestigung des Parkplatzes und die Fertigstellung der übrigen Außenanlage. Nach seiner Darstellung hätte der Investor Lärmschutz einbauen müssen. Denn dass der Betrieb einer Gaststätte, die auch Musikveranstaltungen organisiert, nicht immer ganz leise ist, sei doch klar, sagt Weiner. Die Mieter der Wohnungen jedenfalls wollen sich damit nicht arrangieren. Sie haben sich mehrfach beim Kevelaerer Ordnungsamt wegen Ruhestörungen beschwert. Die Folge: Musik-Events dürfen nicht mehr stattfinden.

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Der Eigentümer der Immobilie, Werner Hoverath, lässt die Vorwürfe nicht gelten. Eine Zusage, für Lärmschutz zu sorgen, habe er nie gegeben, versicherte er gegenüber der RP. "Vereinbart war mit dem Pächter, dass er den Saal einmal im Monat nutzen darf, nicht öfter", sagt Hoverath. Und was den See und dessen Zustand angehe: "Mir fehlt noch die Genehmigung aus Düsseldorf für den Durchstich." Er habe ein Umwelt-Gutachten erstellen lassen, das derzeit geprüft werde. Unter anderem sei wohl schwierig, dass einige Bäume der Allee, die zum Haus hin führt, gefällt werden müssten. Und darin lebten Fledermäuse . . . Thomas Weiner glaubt, dass Hoverath nur Zeit schinden will. Dass die Stadtverwaltung ihn und seine Frau Assunta di Nardo nicht unterstützt, empört ihn.

Laut Bürgermeister Axel Stibi gebe es keine Möglichkeit, den säumigen Investor zu zwingen, geplante Maßnahmen auch umzusetzen ("Baurecht - keine Baupflicht"). Die Stadt habe lediglich die Pflicht, Beschwerden bei Lärmbelästigungen zu ahnden, und dies werde konsequent umgesetzt.

Das Restaurant und private Veranstaltungen sind von den Beschränkungen nicht betroffen. Um sein Unternehmen erfolgreich führen zu können, müssen aber auch Musikveranstaltungen erlaubt sein, sagt Weiner.

Die seien Bestandteil des Konzepts. Die Stadtverwaltung sehe das "Lago" als Bereicherung und wolle es in Kevelaer behalten, habe man ihm versichert. Ansonsten seien die Probleme wohl nur auf zivilrechtlichem Wege zu lösen.

(RP)