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Goch: Kürbis für die Mikrowelle

Goch : Kürbis für die Mikrowelle

Kürbis pur, Kürbis gekocht, Kürbis als Suppe – und sogar Kürbis für die ganz schnelle Küche: Franz und Marianne Bienen aus Goch bauen das Gemüse nicht nur selbst an – sie vermarkten es auch selbst. Hier und in Düsseldorf.

Kürbis pur, Kürbis gekocht, Kürbis als Suppe — und sogar Kürbis für die ganz schnelle Küche: Franz und Marianne Bienen aus Goch bauen das Gemüse nicht nur selbst an — sie vermarkten es auch selbst. Hier und in Düsseldorf.

 Ganz groß oder ganz klein – aber immer schön: Speisekürbisse sind die Spezialität von Franz Bienen und Sohn Franz junior. Sie vermarkten am Niederrhein und in Düsseldorf alles selbst – auch die Eier ihrer Hühner.
Ganz groß oder ganz klein – aber immer schön: Speisekürbisse sind die Spezialität von Franz Bienen und Sohn Franz junior. Sie vermarkten am Niederrhein und in Düsseldorf alles selbst – auch die Eier ihrer Hühner. Foto: Gottfried Evers

Ein Kürbis-Paradies? Bei gutem Wetter mit Sicherheit. Mit der Sonne und dem blauen Himmel leuchten die dicken Früchte farbenfroh um die Wette. Eine Zierde? Sicher, auch. Aber Kürbisse zur Dekoration spielen bei Marianne, bei Franz (senior) und Franz (junior) Bienen nur noch eine untergeordnete Rolle. Speisekürbis — ganz groß. Auf zwei Hektar bauen die drei Kürbisse an. Mit immer mehr Erfolg, immer mehr Kundschaft. Und alles direkt vermarktet. Und die Kundschaft? Die ist begeistert.

Dabei hatten die Bienens damals, als sie zu den Pionieren des Riswicker Bauernmarktes in Kellen zählten, diese Gewächse noch gar nicht auf dem Plan. Nach dem Motto "Wir versuchen's einfach mal" besorgten sie sich Saatgut aus der Kürbis-Heimat Amerika. Es folgten Tests auf heimischer Gocher Scholle. Das Ergebnis: hervorragend.

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Seitdem sind 15 Jahre vergangen, der Kürbis hat das Image vom "nur für karge Zeiten" völlig verloren. Und die Bienens verkaufen ihn nicht mehr "nur" auf Riswick, sondern längst auch auf dem Markt in der Landeshauptstadt Düsseldorf.

"Zubereitung als Gemüse, als Suppe, Kürbisbowle, Kürbismarmelade — es gibt beim Kürbis so viele leckere Variationen wie bei kaum einer anderen Feldfrucht", sagt Marianne Bienen. Sie muss es wissen. Sie hat es ausprobiert, alles. Auch Suppe gibt's, und zwar selbst gekocht, zur Mittagszeit auf dem Markt in Düsseldorf. Immer.

Aber es gibt auch Überraschungen. Den "Mikrowellenkürbis" beispielsweise. Dafür, so Franz Bienen senior, nehme man bestimmte, klein bleibende Sorten. Ehefrau Marianne erzählt, wie es funktioniert: "Erst einen Deckel abschneiden, die Kerne und das Faserige im Inneren entfernen, dann den ausgehöhlten Kürbis für zehn Minuten bei 600 Watt in die Mikrowelle." Bei mehreren Kürbissen dauere es entsprechend länger. "Dann mit zwei Esslöffeln Frischkäse füllen, vielleicht nach Geschmack noch Petersilie und Schnittlauch hinzu geben, den Kürbis mit Deckel nochmals für eine bis zwei Minuten in die Mikrowelle — schon ist das Essen fertig." Der Kürbis sei dann so richtig gar, wenn man das Fruchtfleisch leicht herauslöffeln könne. "Erst dann schmeckt er wirklich."

Ein Rezept von vielen — und ein Thema von vielen für Gespräche mit der Kundschaft. Auf Riswick wie in Düsseldorf. Die Bienens kennen jeden Kunden — denn sie vermarkten auch den Kürbis ausschließlich selbst, ohne Zwischenhandel. Aus der Region für die Region — das macht viel Arbeit. Und sichert Existenz. Auch für die Nachfolge, für Franz Bienen junior, der vom Kürbis genau so begeistert ist wie seine Eltern.

Und die Vielfalt? "Die überrascht uns immer wieder", sagt er. Und nennt — Spaghettikürbis. Der heiße so, weil — nach dem Kochen — das Fruchtfleisch Fasern bilde. Und die erinnerten eben an Spaghetti. Guten Appetit.

(RP)