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Künstler beim Madonnari-Festival in Kevelaer

Kunst in der Wallfahrtsstadt Kevelaer : Italienflair im Forum Pax Christi

Fabio Maria Fedele hat durch seine Kunst viel von der Welt gesehen. Er steht auch für spontane Motive.

Der Begriff Madonnari stammt aus Italien – genau wie Fabio Maria Fedele. Der Künstler kommt aus Rovigo in Norditalien. In seinem Land ist es seit dem 16. Jahrhundert Tradition, bei religiösen Festen und Prozessionen öffentliche Plätze insbesondere mit Kopien von Madonnendarstellungen bekannter Meister zu schmücken. Bei dem „Internationalen Madonnari-Festival“ im September in Kevelaer, an dem Fabio zum zweiten Mal teilnimmt, handelt es sich nicht um schnell vergängliche Straßenmal-Kunst.

Den 20 internationalen Künstlern stehen dabei jeweils vier Quadratmeter große Spanplatten für ihre Motive zur Verfügung. Die Kunstwerke sind damit nicht der direkten Vergänglichkeit ausgesetzt, verändern sich aber auch durch äußere Einflüsse.

1993 begann Fabio mit der Straßenmalerei als Madonnari-Künstler. Er studierte Architektur sowie die Geschichte und die Wahrung von architektonischen Kulturgütern in Venedig. Seit 2003 ist er Mitglied der CCAM, der wichtigsten Vereinigung von Straßenkünstlern in Italien. Seit 2006 zählt auch die 3D-Straßenmalerei zu seinem Repertoire. Er gewann zahlreiche Preise bei internationalen Straßenmalfestivals in Italien, Kroatien, Frankreich, Deutschland, Dänemark, Österreich, Niederlande, Spanien, Slovenien, Bosnien und Herzegovina, in den Vereinigten Arabischen Emiraten und in den USA.

An vielen internationalen Straßenmal-Festivals hat Fabio Fedele teilgenommen und ist dadurch viel herumgekommen. Foto: Stadt Kevelaer

In Italien wurden ihm für seine Straßenmalerei die höchsten Titel: „Maestro Madonnaro“ in Grazie di Curtatone und „Magister Madomnaris“ in Nocera Superiore verliehen.

Bei der Entstehung seiner Kunst ist es durchaus üblich, dass Teile seiner Werke oder das Ganze ad hoc erfunden werden und er seinen Gedanken freien Lauf lässt. Seine Kunst versteht Fabio als Sprachrohr. „Bilder sind für mich sehr wichtig, weil sie als Kommunikationsmittel dienen und viele Botschaften gleichzeitig transportieren können. Ich denke, es ist Aufgabe der Künstler, nicht nur schöne, kommunikative Bilder zu schaffen, sondern auch dem Publikum zu zeigen, wie man Kunst richtig betrachten kann. Figurative Kunst ist eine Sprache. Sie zu verstehen, hilft uns die Welt besser zu verstehen und die Dinge, die wir sehen, wert zu schätzen.“, so sagt Fabio. Die Organisatoren des „Internationalen Madonnari-Festivals“ freuen sich sehr, dass Fabio auch bei der zweiten Auflage des Events mit dabei ist.

 Vor Kurzem wirkte Fabio zusammen mit anderen internationalen Künstlern beim Kunstprojekt „Downtown Gallery Krefeld“ unter dem Leitthema „Ein Schutzraum für die Menschlichkeit“ mit. Die außergewöhnliche Ausstellung ist noch bis Ende September zu sehen. Mehr Informationen sind unter www.wirksam-ev.de abrufbar.