Goch: Kritik an Kindergartengebühren nimmt weiter zu

Goch : Kritik an Kindergartengebühren nimmt weiter zu

Eine Reihe von Eltern hat Widerspruch eingelegt. Negativ bewertet wird auch die Informationspolitik.

Unmittelbar vor Beginn des neuen Kindergartenjahres nimmt die Debatte um die Kindergartenbeiträge weiter Fahrt auf. Wie berichtet hat der Rat eine neue Beitragsstaffellung sowie eine Erhöhung beschlossen. Damit wird die Betreuung für alle Eltern teurer. Und die Kritik an dem neuen System wächst, wie die Reaktionen auch bei der RP zeigen.

In einem Brief an die Redaktion kritisiert Familie Bousart aus Kevelaer beispielsweise den Zeitpunkt der Entscheidung. Der Rat habe das neue System im Mai abgesegnet. "Somit zu einem Zeitpunkt, zudem wir als Eltern uns bereits fest für einen Kindergartenplatz entscheiden und diesen auch bereits mit der Buchung eines festen Stundenkontingents an die Stadt Kevelaer rückbestätigen mussten. Auf Grundlage der alten Gebühren versteht sich." Danach seien die Beiträge nach oben verändert worden und zwar in einem Maße, das nicht als "normale jährliche Anpassung" gelten könne. Bei Familie Bousart mache die Steigerung einen Wert von 40 Prozent aus. Sie war von 178 Euro im Monat ausgegangen und muss nun 250 Euro zahlen. "Das sind satte 850 Euro Mehrbelastung im Jahr", hat die Familie durchgerechnet, die auch bemängelt, dass es keinerlei Information von Seiten des Jugendamtes zu den neuen Beiträgen gegeben habe.

"Wir haben uns auf Eigeninitiative die Liste mit den neuen Staffeln besorgt", schreibt sie. "Bis heute, weniger als eine Woche vor Beginn des neuen Kindergartenjahres, haben wir von der Stadt Kevelaer noch nicht einmal ein allgemeines Schreiben zu den neuen Gebühren bekommen, geschweige denn einen Bescheid, dass wir in Stufe 7 eingestuft sind und was dies an monatlichen Kosten für uns bedeutet." Es sei "eine Unverschämtheit", Eltern zu einem so späten Zeitpunkt vor vollendete Tatsachen zu stellen. Man hoffe, dass das letzte Wort noch nicht gesprochen sei und warte auf eine Stellungnahme der Stadt Kevelaer zum Widerspruch.

Andreas Pechhold findet es fatal, dass auf Kosten der Kinder der städtische Haushalt entlastet werden solle. "Sinnvoller wäre es, manche Ausgabe zu übedenken", sagt der Vater aus Kevelaer. Er könne beispielsweise nur den Kopf darüber schütteln, wenn für den Austausch von zwei Gasthermen an der Antonius Schule 22 000 Euro Ingenieurkosten veranschlagt würden. Man solle vernünftiger mit dem städtischen Geld umgehen statt die Kindergartengebühren zu erhöhen. "Kinder sollten eher gefördert werden, als Eltern zu schröpfen", ist seine Meinung.

(zel)