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Konzert mit Gesine Lersch am Bahnhof Goch zu Kreiskulturtagen

Kreis Klever Kulturtage : Bahnhofsgelände als Konzertsaal

Gesine Lersch-van der Grinten und Sinje Kiel sangen vom Reisen und Wandern. Klassische und Volkslieder, dazu gab es kleine Theaterszenen. Die Zuschauer liefen von Station zu Station mit.

Gehen, Wandern, Reisen: Unterwegssein bewegt nicht nur die Beine und sorgt für Ortswechsel, es bewegt auch die Gedanken. „Unterwegs. Der Weg ist das Glück“ war der Titel eines Singspiels an sechs Stationen rund um den Gocher Bahnhof. Gesine Lersch-van der Grinten, Sinje Kiel und Martin Lersch hatten es im Rahmen der Kreis Klever Kulturtage als Veranstaltung des Museum Goch konzipiert. „Dieser Bahnhof ist zu einem Kunststandort geworden durch das Engagement von Gesine und Martin Lersch“, sagte Museumsleiter Stephan Mann. Das Künstlerehepaar Lersch nutzt seit 2009 die Räume der ehemaligen Expressgutabteilung des Gocher Bahnhofs als Atelier. „Durch Feld und Wald zu schweifen, mein Liedchen weg zu pfeifen, so geht´s von Ort zu Ort“ – Goethe schrieb es, Franz Schubert komponierte es, und Sinje Kiel sang es fröhlich, hell und klar. Weiter ging es mit „Feldeinsamkeit“ von Johannes Brahms, gesungen von Gesine Lersch. Müde vom Wandern ist das „arme welsche Teufli“ – diesen fröhlichen Kanon ließen die beiden Sängerinnen an der nächsten Station erklingen. Hinter einer Hecke ragten nur ihre Köpfe hervor.

Martin Lersch, der für die Bühnenbilder zuständig war, hatte einen stilisierten Pflaumenbaum aus Holz platziert. Dieser illustrierte das von seiner Frau gesungene Lied vom Pflaumenbaum. Die Ideen waren den Akteuren beim Wandern auf dem   Pieterpad und am Niederrhein gekommen. Zwischen den Liedern fügten sie kurze Spielszenen ein. Die Zuschauer begleiteten die Akteurinnen von Station zu Station, reisten also sozusagen mit und spendeten viel Applaus zwischen den Szenen. Wer wandert, bekommt auch Blasen an den Füßen, und in der Pause isst man auch mal einen Apfel – dies fand auf der Bank neben dem Rolltor am Parkplatz statt. Dann begeisterten beide die Zuhörer mit dem schönen Lied „Es tagt der Sonne Morgenstrahl“. Der nachfolgende gesprochene Text „Immer mehr Leute sind alleine unterwegs“ regte wieder zum Nachdenken an. Wandern kann auch endlos und der Asphalt hart sein. Dies demonstrierten die Akteurinnen zu einem humorvollen Blues. Die besondere Akustik im Bahnhofsgebäude nutzen sie mit dem gemeinsam gesungenen Klagelied „Zion streckt ihre Hände aus“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy. Wie es in Bewegung so ist, wechselt die Stimmung schnell, zum Beispiel mit „Ein Freund, ein guter Freund“. Nach einer rhythmischen Trommeleinlage an den Fahrradboxen wurden die Zuschauer an den Anfangspunkt zurückgeführt, wo Gesine Lersch den berühmten Song „What a wonderful world“ gefühlvoll zu Gehör brachte. Es gab langen Applaus für das schöne Programm.