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Kolping-Karneval begeistert 400 Narren im Gocher Kastell

Kolpingfamilie : Die Gocher Grabsteine als Werbeflächen

400 Gäste füllten das Gocher Kastell am Freitag bei der unterhaltsamen Kappensitzung des Kolping Karneval Komitees. Musik, Tanz und teils erfinderische Büttenredner bescherten den Narren eine überaus gelungene Sitzung.

Die Karnevalsabteilung der Gocher Kolpingsfamilie feiert in diesem Jahr ein närrisches Jubiläum: 44 Jahre Wagenbau, so steht es auf dem Sessionsorden des Kolping Karneval Komitees, auf dem neben Stadt- und Kolpingwappen verschiedene Werkzeuge abgebildet sind.

Am Rosenmontag wird der nächste Wagen der Kolpingsfamilie – auf dem traditionell das Kinderprinzenpaar des Vereins thront -  beim Zug zu sehen sein. Zuvor stand aber erstmal der Sitzungskarneval des Vereins an: Am vergangenen Freitagabend veranstalteten die Kolping-Karnevalisten ihre Kappensitzung im Gocher Kultur- und Kongresszentrum Kastell.

Rund 400 Gäste füllten das Kastell und erlebten eine unterhaltsame Sitzung, die mit dem feierlichen Einzug des Elferrates um Sitzungspräsident René Gravendyk begann. Als Eisbrecher des Abends eroberten die Kolping-Mäuschen die Bühne und zeigten ihren fleißig einstudierten Gardetanz. Eine erstaunliche Leistung von den kleinen Tänzerinnen, fanden die Trainerinnen Joana Goossens und Anja Busseck – zumal die Tanzabteilung sich aufgrund von Statikproblemen der Trainingshalle nicht immer wie geplant hatte vorbereiten können.

Nach dem flotten Tanz der Mäuschen drohte die Stimmung dann wieder einzuschlafen, als ein müder Mann im Bademantel die Bühne betrat. Als „‘Ne Schloopmütz“ stellte ihn der Sitzungspräsident vor – doch wie sich schnell herausstellte, hat der Bademantelträger durchaus aufgeweckte Phasen, wenn er sich denn nachmittags aus dem Bett bequemt hat: Er liest dann nämlich gerne die Tageszeitung und beobachtet das Zeitgeschehen mit kritischem Blick.

Aufgefallen sind ihm dabei unter anderem die hohen Friedhofsgebühren in Goch: „Die Grabkosten sind so hoch – da lohnt sich’s weiterleben noch“, stellte die „Schloopmütz“ fest, und schlug unkonventionelle Methoden zum Verringern der Kosten vor. Werbung auf dem Grabstein beispielsweise, verpackt in Reimen wie „Hier liegt in Frieden Opa Fritz, die Graberde liefert Firma Schmitz“ – oder: „Ach wär‘ er doch am Leben noch – sponsored by Stadtwerke Goch“. Für seine Bütt erntete die Schlafmütze, unter der sich David Steinert versteckte, viel Applaus.

Für gute Stimmung sorgten auch die weiteren Programmpunkte: Neben den Mäuschen tanzten die Teenies, die Showtanzgruppe Loco und die Funken für den Verein. Zu Show- und Gardetänzen gab es weitere Büttenreden von Hendrik van Amstel und Hans und Röb Miesen. Musikalisch steuerten die „Töns“ aus Kleve, die kölsche Band „Kempes Feinest“ und „K6“ bei.

Nicht zuletzt gab es natürlich auch noch hochrangigen Besuch im Gocher Kastell: Das Kolping-Kinderprinzenpaar Jonas I. und Leonie I. hielt Einzug mit Gefolge, ebenso wie Gochs KCC-Prinzenpaar Christian II. und Lisa II.. Weitere Aktive vor und hinter der Bühne sorgten für eine unterhaltsame Kappensitzung im Kastell, wo die fünfte Jahreszeit bis in die Nacht hinein zelebriert wurde.