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Klever Kolpingsfamilie mit Zeltlager an der Hohen Mühle Uedem

Lager an der Hohen Mühle : Zelten für eine noch engere Vater-Kind-Bindung

Die Klever Kolpingsfamilie richtete an der Hohen Mühle in Uedem das 29. Zeltlager aus. Die Unternehmungslust ist genauso groß wie vor der Pandemie.

Nur die Kinder waren in den listigen Plan der Uedemer Feuerwehr eingeweiht. Die Väter wussten nicht, wie ihnen geschieht. Bei der 29. Auflage des Vater-Kind-Zeltlagers der Klever Kolpingsfamilie waren die Uniformierten angerückt, um die Papas fürs Lager zu taufen – und zwar mit einer mächtigen Wasserdusche. „Das ist eine feste Tradition in unserem Zeltlager. Das Programm der Tage hängt jeweils im Küchenzelt aus. Darauf steht, was es zu essen gibt und was gespielt wird. Die Feuerwehr aber hatten wir nicht darauf geschrieben, nur die Kinder waren informiert. Das war eine riesen Überraschung für alle Väter, die erstmals dabei waren“, sagt Veranstalter Richard Weiss.

Lagerfeuer, Fangspiele, Rallyes, Bingo, ein Ausflug ins Schwimmbad – die Kolpingsfamilie setzte auch in diesem Jahr auf bewährte Aktivitäten. „Wir haben uns wieder große Mühe beim Programm gegeben, und die Resonanz der Teilnehmer war ausgezeichnet“, sagt Richard Weiss im Gespräch mit unserer Redaktion. 120 Abenteurer aus dem Klever Nordkreis waren mit dabei, darunter 50 Väter und 70 Kinder vom Kindergartenalter bis zu jungen Erwachsenen. Die Zahlen sind seit Jahren konstant, der Zuspruch unverändert gut. Die Kolpingsfamilie bietet die Freizeit seit 1992 an, seit einigen Jahren in der Schustergemeinde. Auch Nicht-Kolping-Mitglieder werden mitgenommen.

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Im Vorjahr mussten die Organisatoren den Termin coronabedingt verschieben, erst im Spätsommer fand man an der Hohen Mühle ein. In diesem Jahr aber konnte man wieder den gewohnten Termin anpeilen: Christi Himmelfahrt. Von Donnerstagabend bis Samstagmorgen wurde auf dem Katzenberg gezeltet. Viele der Väter waren bereits selbst als Kinder dabei, nun wird die Tradition in der nächsten Generation weitergeführt. Man kennt sich, man schätzt sich. Die Gemeinschaft ist so ganz besonders.

„Das Schöne ist, dass es die Klassiker sind, die die Kinder immer am meisten erfreuen. Wir haben zum Start eine Lagerolympiade gemacht, tagsüber viel gespielt und abends eine Nachtwanderung durch die Dunkelheit gemacht. Auch Bingo kam sehr gut an“, sagt Richard Weiss. Das Ziel des Zeltlagers sei seit Jahren unverändert: Vater und Kind sollen noch enger zusammenwachsen. „Dieses Erlebnis, so viel Zeit alleine mit dem Vater zu verbringen, ist selten. Man sagt, dass die Mütter wesentlich umsorgter sind als die Väter. An diesen drei Tagen aber sind Vater und Kind ausschließlich für einander da. Ich glaube, dass das für die Bindung eine ganz besondere Erfahrung ist“, sagt Weiss.

Wer gemeinsam ein Zelt aufbauen muss, nachts Wache hält, in Ruhe isst und im Vater-Sohn-Gespann an Wettkämpfen teilnimmt, lernt sich regelrecht neu kennen. Die Gemeinschaft, die Atmosphäre und die Freiheit – das begeistert nicht nur beim obligatorischen Lagerfeuer am Abend. „Wir sind sehr froh, dass wir trotz Corona keine negativen Änderungen bei den Kindern und Jugendlichen erkennen. Sie sind genauso fröhlich und unternehmenslustig wie vor der Pandemie“, sagt Richard Weiss.