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KKA fordert zum Müllvermeiden auf

Umweltschutz im Kreis Kleve : Tauschen und Verschenken statt einfach Wegwerfen

Zwei neue Internetseiten der Kreis Klever Abfallwirtschaft informieren über Möglichkeiten der Müllvermeidung. Eine Variante sei das Verschenken.

Zwölf Millionen Tonnen Lebensmittel landen in Deutschland jährlich im Müll, 2,3 Millionen Tonnen Sperrmüll ebenfalls – solche Zahlen erschrecken, und viele Menschen suchen Rat, um Müll zu vermeiden. „Wenn man im Internet nach Tipps sucht, steht man vor einer schier unübersehbaren Informationsflut“, sagt Rolf Janßen, Geschäftsführer der Kreis Klever Abfallwirtschaft (KKA). Das Unternehmen, zu dessen Aufgaben auch die Abfallberatung gehört, habe sich daher überlegt, es sei sinnvoll, diese Informationen zu bündeln, damit jeder Ratsuchende an zentraler Stelle Antworten finden kann.

Das Ergebnis sind zwei neue Internetseiten, zum einen ein digitaler Verschenkemarkt für den Kreis Kleve und zum anderen eine Seite zum Thema Lebensmittelverschwendung. Unter www.verschenken-im-kreis-kleve.de kann jeder Privathaushalt Dinge, die sonst im Sperrmüll landen, online zum Verschenken oder zum Tausch anbieten. Wichtig dabei ist: Der digitale „Marktplatz“ ist nicht-kommerziell. „Jedes Angebot wird sorgfältig geprüft. So schließen wir professionellen Handel aus. Und wir achten darauf, dass keine unseriösen Angebote gemacht werden. Ausgeschlossen sind auch Tiere“, erklärt Franziska Zellner von der KKA. Der Nutzer der Seite kann unter elf Kategorien von Gegenständen wählen. Er kann weiter entscheiden, ob er sucht, tauschen oder verschenken möchte. Die Suche kann auf eine bestimmte Kommune begrenzt werden. Wer aktiv werden möchte, muss ein Kontaktformular ausfüllen. Der Datenschutz ist gesichert. „Wir erhoffen uns durch den Verschenkemarkt eine Verminderung des Sperrmüllaufkommens“, so Janßen.

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Bedingt durch die Corona-Krise und den damit verbundenen Lockdown hätten die Entsorgungszentren in diesem Frühjahr ein übernormales Sperrmüll-Aufkommen verzeichnet. Die Anlieferungen hätten die übliche Menge um 70 bis 80 Prozent überschritten. Es koste immer viel Zeit und Personal, die Dinge zu sichten, Holz und Metall zu trennen, Elektrogeräte zu prüfen. Was einmal zur Entsorgungsstation gebracht wird, hat seinen eigentlichen Zweck für immer erfüllt. „Ein Schrank im Sperrmüll wird nie wieder als Schrank genutzt“, so Zellner. Grundsätzlich sei jedes Zuviel an Müll ein ökologisches und ökonomisches Problem, betont Janßen. So befasse sich die zweite Internetseite mit dem Thema Lebensmittel. Umfassende Information erhält der Nutzer unter www.lebensmittel.kkagmbh.de. Hier erfährt er aktuelle Daten, Zahlen und Fakten über die Lebensmittelverschwendung in Deutschland. Gegliedert nach Zielgruppen wie Privathaushalte, Unternehmen oder Bildungseinrichtungen werden gezielt Einkaufstipps und Verwendungsmöglichkeiten von Resten genannt. Die Zusammenhänge zwischen Einkaufsverhalten der Verbraucher und den Müllbergen werden erklärt. Begriffe wie Mindesthaltbarkeit und Verfallsdatum werden unterschieden und erläutert. „Schon ganz einfache Tipps zu Einkauf und Lagerung können helfen“, so Gertrud Kannenberg, Abfallberaterin der KKA. Auch kreative Resteverwertung könne die Lebensmittelverschwendung reduzieren und am Ende auch bares Geld sparen.