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Goch: Killewald verlässt den Landtag

Goch : Killewald verlässt den Landtag

Der Kevelaerer packt ein: Mit elf Kartons zog Norbert Killewald gestern aus seinem Büro mit Rheinblick aus. Derzeit ist der Sozialexperte auf Jobsuche. Der SPD-Mann wurde am Sonntag nicht mehr in das Landesparlament gewählt.

düsseldorf Norbert Killewald sitzt auf gepackten Kisten. Elf Kartons stapeln sich in seinem Büro im Düsseldorfer Landtag. Drei davon bietet er einem der neuen Landtagsmitglieder an: Büromaterial werden die Nachfolger gebrauchen können. Killewald ist froh über jeden Karton, den er nicht zu seinem Kombi schleppen muss. Schon zwei Tage nach der Landtagswahl hat der Kevelaerer sein Büro im Düsseldorfer Landtag ausgeräumt. Dabei hätte er noch etwas Zeit gehabt. Aber: "Ich bin für klare Verhältnisse. Die Nachfolger warten doch auf die Büros", sagt Killewald.

Raum E5 D12 ist nun frei

Wer in Raum E5 D12 einziehen wird, weiß der Sozialfachmann nicht. Dass das Zimmer in SPD-Hand bleibt, ist aufgrund der Lage innerhalb des Gebäudes allerdings sicher. Und es dürfte begehrt sein: Killewald genoss fünf Jahre lang Rheinblick, konnte zudem die Kö und die Altstadt sehen. Nun ist Schluss. Killewald ist nicht mehr in den Landtag gewählt worden. Sein Listenplatz war zu weit hinten, als dass der Sozialpädagoge eine Chance gehabt hätte. Nun muss es weitergehen. "Seit Montag führe ich Gespräche im Berufsfeld Verbände und Verwaltung", berichtet Killewald. Froh klingt er dabei nicht. Ihm ist klar, dass ein Jobwechsel bedeutet, dass er seine Heimatstadt verlassen muss. "Es gibt zwar wenige Sozialexperten auf dem Markt. Aber es gibt auch nur wenige Stellen. Und die sind oft parteigebunden, das heißt, eine Partei hat das Vorschlagsrecht." Für einen neuen Job ist Killewald bereit, seine Heimat zu verlassen — wenn auch ungern. "Aber ich muss eben damit rechnen, dass eine neue Stelle nicht in der Nähe sein wird." Killewald sagt das leise.

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Die SPD, seine Partei, sieht sich bei der Landtagswahl als Sieger. Killewald, der Sozialdemokrat aus voller Überzeugung, der hat aber verloren.

Bildungsanalyse fertigstellen

Auf die vergangenen fünf Jahre blickt Killewald gerne zurück. Dass er sozialpolitischer Sprecher der SPD war, macht ihn stolz. Für ihn geht es auch jetzt mit sozialpolitischen Themen weiter: Gemeinsam mit seiner bisherigen Mitarbeiterin will er noch die Bildungsanalyse für den Kreis Kleve fertigstellen. Dafür nimmt die Mitarbeiterin zur Not den Büro-PC mit nach Hause. Auch den Demografie-Bericht des Kreises Kleve will Killewald noch aktualisieren. Das habe er im Wahlkampf schließlich versprochen.

Internet Mehr Bilder von Killewalds Auszug unter www.rp-online.de/kevelaer

Hier geht es zur Bilderstrecke: Norbert Killewald (SPD) verlässt den Landtag - Bilder vom Auszug

(RP)