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Goch: Kevelaer plant Karte für Ehrenamtler

Goch : Kevelaer plant Karte für Ehrenamtler

Die Marienstadt möchte ihren Freiwilligen Gutes tun: Nach Einführung der Ehrenamtskarte erhalten die Inhaber Vergünstigungen auf Eintritte oder in Geschäften. Regelmäßiges Helfen ist aber Voraussetzung: fünf Stunden pro Woche.

Der Hintergrund ist klar: Kevelaer und die im Rat vertretenen Parteien wollen das Ehrenamt in der Stadt und den Ortsteilen stärken. Bereits im Dezember 2013 wurde die Einführung einer sogenannten Ehrenamtskarte mit Vergünstigungen für die Inhaber im Haupt- und Finanzausschuss diskutiert. Grundlage war damals ein Antrag der CDU. Am nächten Mittwoch wird das Gremium dann ab 18.30 Uhr in der Öffentlichen Begegnungsstätte wohl die Einführung dieser Plastikkarte beschließen, so dass der Rat Ende März abschließend den Weg frei machen könnte. "Die Ehrenamtskarte NRW könnte dann in Kevelaer ab dem 1. Januar 2015 eingeführt werden", schreibt Bürgermeister Dr. Axel Stibi in der Vorlage für die Mittwochssitzung.

Bereits 189 Kommunen haben die Karte in NRW bisher eingeführt. Im Kreis Kleve ist die Stadt Emmerich bisher einziger Vorreiter. Doch egal, ob Emmerich oder künftig eben Kevelaer: Die Voraussetzungen, um den Ausweis zu erhalten, sind in ganz Nordrhein-Westfalen identisch: Fünf Stunden wöchentlich oder 250 Stunden im Jahr muss sich ein Bewerber ehrenamtlich engagieren — egal auf welchem Sektor. Und zwar rückblickend mindestens zwei Jahre lang in diesem Umfang. Weil sonst von keiner kontinuierlichen, freiwilligen Arbeit gesprochen werden kann. Gleichfalls würde die Karte auch 24 Monate lang gelten.

Ein Mindestalter wird nicht festgelegt, damit auch Jugendliche in den Genuss der Vergünstigungen kommen. Wer in einer anderen Kommune hilft, aber in Kevelaer wohnt, kann die Karte ebenso erhalten wie im umgekehrten Falle. Weitere Voraussetzung sind die Unterschriften von je zwei Verantwortlichen in den Vereinen, die das Engagement bestätigen. Übrigens zählt die Karte auch in anderen NRW-Städten, die an dem Projekt, das 2008 eingeführt wurde, teilnehmen.

Um eine entsprechende Akzeptanz zu gewährleisten, will Kevelaer inklusive des neuen Wirtschaftsförderers Hans-Josef Bruns ein breitgefächertes Vergünstigungsangebot auf die Beine stellen. "Dabei sollte die Stadt auch mit eigenen Angeboten vertreten sein", schreibt Bürgermeister Stibi in der Vorlage weiter. Das könnten beispielsweise Vergünstigungen auf den Eintritt bei Theaterveranstaltungen oder Konzerte im Bühnenhaus sein. Auch an eine Rabattierung auf Fahrten mit den Bürgerbussen wird derzeit in der Verwaltung gedacht. Und im Hallen- oder Freibad könnten Inhaber der Karte künftig weniger Eintritt bezahlen als andere Kevelaerer.

Doch auch die Unternehmen vor Ort sollen angesprochen werden, um die ehrenamtliche Arbeit zu unterstützen. Das könnte beispielsweise ein Grillrestaurant wie in Emmerich sein, das seinen Gästen zehn Prozent auf Speisen und Getränke gibt. Oder die Apotheke, die ebenfalls zehn Prozent auf frei gewählte Produkte gewährt.

(RP)