Kevelaer beteiligt sich an Dunkelfeldstudie des Landes.

Kriminalitätsumfrage : Land fragt: Wie sicher ist meine Stadt?

Kevelaer und Straelen gehören zu den Kommunen in Nordrhein-Westfalen, die an der Dunkelfeldstudie teilnehmen.

Es ist ein weit verbreitetes Phänomen. Werden Statistiken zur Kriminalität vorgelegt, heißt es immer wieder: „Das kann doch nicht sein, bei uns ist es doch in Wahrheit viel schlimmer.“ Gefühlte Sicherheit ist das Stichwort. Die stimmt oft genug nicht mit den reinen Daten überein. Auch in der Wallfahrtsstadt Kevelaer ist das der Fall, wo es zuletzt eine Reihe von Überfällen und eine Häufung von Kupferdiebstählen gab. Hier setzt die Dunkelfeldstudie des Landes Nordrhein-Westfalen an, die erstmals eine repräsentative Befragung über Gewaltkriminalität – unabhängig vom Anzeigeverhalten der Opfer oder späteren Strafverfahren – durchführt und das Sicherheitsempfinden erfasst.

Kevelaer ist eine der wenigen Kommunen in der Region, die dafür ausgewählt wurden. Ludger Holla, Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters, appelliert deshalb auch an die Bürger, den Fragebogen unbedingt auszufüllen und zurückzusenden. „Ich finde gut, dass es eine solche Befragung gibt. Denn es ist äußerst schwierig eine objektive Einschätzung zu bekommen, wie das Sicherheitsempfinden der Bürger bei uns ist.“

In den nächsten Wochen wird die Befragung beginnen. Darum geht es dabei:

Was ist das Ziel der Dunkelfeldstudie? Die Studie beschäftigt sich mit den Themen Sicherheit und Gewalt im Land Nordrhein-Westfalen. Sie soll das Phänomen Gewalt gegen Frauen und Mädchen sowie Jungen und Männer erstmals in Nordrhein-Westfalen wissenschaftlich fundiert und umfassend abbilden. Neben strukturellen Erkenntnissen zu Gewaltstraftaten aus dem Hellfeld (Straftaten, die der Polizei bekannt sind) und Dunkelfeld (Straftaten, die der Polizei eben nicht bekannt sind), soll auch das Sicherheitsgefühl der Menschen in Nordrhein-Westfalen dabei erfasst werden. Ziel ist es, mit Hilfe der Erkenntnisse präventive Maßnahmen und psychosoziale Unterstützungsangebote für gewaltbetroffene Frauen und Männer gezielt weiterzuentwickeln.

Wer führt die Befragung durch? Das Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen befragt im Auftrag des Ministeriums des Innern des Landes Nordrhein-Westfalen und des Ministeriums für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen 60.000 Bürger.

Wer wird befragt? Befragt werden 60.000 Personen im Alter über 16 Jahren mit Hauptwohnsitz in Nordrhein-Westfalen. Die Befragung erfolgt schriftlich per Post mit einem Fragebogen. 81 Kommunen in NRW wurden ausgewählt. Dabei wurde versucht, einen repräsentativen Querschnitt der Städte und Gemeinden abzubilden. Aus der Umgebung sind noch Straelen, Kamp-Lintfort, Wesel und Viersen dabei. Die Einwohnermeldeämter der ausgewählten Kommunen wurden um eine repräsentative Stichprobenauswahl aus den Melderegistern gebeten. Die Auswahl der Befragten erfolgte nach dem Zufallsprinzip. Alle Angaben werden streng vertraulich behandelt und ausschließlich ohne Namen und Adresse ausgewertet. Den ausgewählten Bürgern wird die Möglichkeit gegeben, sich bei Rückfragen zum Fragebogen oder zur Studie telefonisch über eine kostenlose Rufnummer oder per E-Mail zu erkundigen.


Was verspricht sich das Land von der Befragung? Grundlage für die Bewertung der Kriminalitätslage ist die sogenannte Polizeiliche Kriminalstatistik. Es ist jedoch anzunehmen, dass es Fälle von Gewalt gibt, von denen die Polizei keine Kenntnis erlangt (Dunkelfeld). Mit Hilfe der Befragung werden Erkenntnisse aus dem Hellfeld um solche aus dem Dunkelfeld erweitert, sodass ein vollständigeres Bild der Kriminalitätslage in Nordrhein-Westfalen entstehen soll.


Um welche Fragen geht es?
Es geht unter anderem zum Beispiel um folgende Fragen: Wie wohl fühlen Sie sich in Ihrem Wohngebiet? Wie gut fühlen Sie sich persönlich vor Kriminalität geschützt? Ist Ihnen schon einmal Gewalt widerfahren? Wie gut fühlen Sie sich über Hilfeangebote für Betroffene von Gewalt informiert?

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