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Goch/Kevelaer: Kein Kahlschlag am Kapellenplatz

Goch/Kevelaer : Kein Kahlschlag am Kapellenplatz

Politik und Verwaltung haben sich darauf geeinigt, dass der "Charakter des Kapellenplatzes und des Luxemburger Platzes mit dem vorhandenen Baumbestand" erhalten bleiben soll.

Bevor überhaupt etwas geplant ist, ist die große Diskussion bereits losgebrochen. Wie berichtet, soll der Kapellenplatz umgestaltet werden, also das Herzstück der Stadt mit Gnadenkapelle und Basilika. Die Befürchtung vieler Bürger ist, dass die Bäume der Neugestaltung zum Opfer fallen könnten.

Nach dem öffentlichen Rundgang des Gestaltungsbeirates in der vergangenen Woche hat sich dieser Eindruck anscheinend verstärkt. Daher hatte Pastor Gregor Kauling als Vorsitzender des Kirchenvorstandes von St. Marien klargestellt, dass man sich noch mitten in einem "intensiven Abwägungsprozess" befindet. Es gebe auch noch keine verbindlichen Entscheidungen über den Umgang mit den Bäumen, so Kauling.

Jetzt haben sich Politik und Verwaltungsspitze zu dem Thema positioniert. In einer Pressemitteilung, die Bürgermeister Dominik Pichler versendet hat, heißt es: "Die Fraktionen der CDU, SPD, KBV und der Grünen sind sich mit der Verwaltungsspitze einig, dass es einen Kahlschlag am Kapellenplatz und an den benachbarten Plätzen nicht geben soll. Der mit externen Fachleuten besetzte Gestaltungsbeirat hatte in der vergangenen Woche einstimmig die Empfehlung ausgesprochen, den Charakter des Kapellenplatzes und des Luxemburger Platzes mit dem vorhandenen Baumbestand möglichst zu erhalten."

Den Fraktionen sei es ein Anliegen gewesen, deutlich zu machen, dass die Überlegungen der Stadtplanerin in die falsche Richtung gehen, so Pichler. Man sei einigermaßen "entsetzt" gewesen, als vorgeschlagen wurde, so viele Bäume zu fällen.

Die Fraktionsberatungen am Montag ergaben, dass die vier Fraktionen dem Votum ihrer Vertreter im Gestaltungsbeirat folgen wollen. Demnach soll die im Gestaltungsbeirat vorgestellte Planungsidee, die unter anderem die Fällung von mehr als der Hälfte der vorhandenen Bäume vorsah, nicht realisiert werden. Bürgermeister Dominik Pichler teilte mit, er habe bereits in der vergangenen Woche veranlasst, dass das Planungsbüro an einer nur minimal in die Platzstruktur eingreifenden Lösung arbeiten soll.

Eben dieser Satz ist der Grund, warum die FDP in der gemeinsamen Presseerklärung fehlt. "Aus unserer Sicht müssen wir überlegen, wie wir überhaupt mit den Planern weiter verfahren sollen", sagt FDP-Fraktions-Chef Jürgen Hendricks. Im Grundsatz stimmen die Liberalen aber mit dem Tenor der Erklärung überein. "Auch wir lehnen einen Kahlschlag am Kapellenplatz ab", sagt Hendricks.

Auch wenn unisono Fällungen abgelehnt werden, werden einige Bäume weichen müssen. Dabei geht es um die vom Gutachter als schwer geschädigt eingestuften Bäume. Diese werden in nächster Zeit beseitigt. In den vergangenen Jahren sind immer wieder Bäume auch auf dem Kapellenplatz ausgetauscht worden. Dies werde auch in Zukunft erforderlich bleiben, um den Charakter des Platzes auf Dauer erhalten zu können.

(zel)