Goch: Kein Ganztag am Gocher Gymnasium

Goch: Kein Ganztag am Gocher Gymnasium

Eltern, Kollegium und Schüler haben entschieden: Es wird keinen gebunden ("gezwungenen") Ganztag am Städtischen Gymnasium Goch geben – aber weiterhin freiwillige Ganztags-Angebote. "G8" hat sich inzwischen bewährt.

Eltern, Kollegium und Schüler haben entschieden: Es wird keinen gebunden ("gezwungenen") Ganztag am Städtischen Gymnasium Goch geben — aber weiterhin freiwillige Ganztags-Angebote. "G8" hat sich inzwischen bewährt.

Eine Schule wie keine andere. Dazu gehörte vielleicht auch der Applaus, den Oberstudiendirektor Christoph Peters dieser Tage bekam, als er abends vor Kollegium und Eltern verkündete: Nein, es werde keinen gebundenen, also verpflichtenden Ganztag geben. Die Stadt Goch hatte ja vorher nach den ersten Protesten schon signalisiert, sie respektiere auf alle Fälle die Entscheidung der Schulgremien. Und das ist nun geschehen.

Kein gebundener Ganztag, dafür aber ein auf den Bedarf der einzelnen Schüler zugeschnittenes offenes Ganztagsangebot — eine sehr bewusste Entscheidung sei das gewesen, so Peters. Viele Gespräche hatte es zu diesem Thema gegeben. Gespräche — das Stichwort. Viele Eltern hatten anfangs Befürchtungen, "G8" würde ihre Kinder überfordern, ihnen den Rest der Freizeit nehmen. Aber das Gocher Gymnasium zeigt, wie das Ganze funktionieren sollte. Peters: "Unsere Klassen 5 bis 8 haben nur einmal wöchentlich nachmittags Unterricht, die 9er zweimal pro Woche."

Die Fülle des Unterrichtsstoffs und auch die Schulbücher seien inzwischen an G8 angepasst worden. Beim "Doppelabi" im vergangen Sommer habe sich gezeigt: "Die Leistungen der G8-Abiturienten sind keinesfalls schlechter als die der anderen. Eher das Gegenteil ist der Fall", so der Schulleiter. Am Gocher Gymnasium wurden G8- und G9-Schüler in allen Fächern gemeinsam unterrichtet. "Da konnten Sie vielleicht den Altersunterschied von einem Jahr bemerken, aber ansonsten nicht herausfinden, wer nach dem einen oder nach dem anderen Modell Abitur gemacht hat", sagt Peters.

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Aber das Kollegium tut noch mehr. Es gibt zum Beispiel Tutoren für die Oberstufe. Deutsch, Englisch, Mathe und Sport werden gemeinsam unterrichtet, so dass Klassenverbände dann in vielen Stunden weiter fortbestehen. Das Konzept des Gymnasiums zeige im Übrigen: "Die Befürchtung, bei G8 verbrächten die Jugendlichen zu viel Zeit in der Schule, hat sich nicht bewahrheitet." Schon in der sechsten Jahrgangsstufe die zweite Fremdsprache lernen — das sei nicht immer unproblematisch, so der Schulleiter. "Aber es betrifft G8- und G9-Schüler ja gleichermaßen, daran ist also in keinem Fall etwas zu ändern."

Auch die Befürchtung, es werde beim Abi nach acht Jahren zu wenig "nach links und rechts" geschaut, habe sich, betont Peters, nicht bewahrheitet. "Für uns ist gymnasiale Bildung nach wie vor umfassend. Daher sind alle Bereiche gleichwertig vertreten. Sport und musische Fächer haben einen hohen Stellenwert. Wir bieten Sportförderunterricht an, bilden Sporthelfer aus, es gibt Theater, Konzerte, ein breites AG-Angebot — umfassende Bildung eben." Was nichts am Ziel ändere: "Die Schüler so gut wie möglich auf Studium und Beruf vorzubereiten." Dabei helfen auch die sehr moderne Ausstattung und die langfristig gesicherte Lehrerversorgung. Und diese Vorbereitung solle möglichst einfach mit der Jahrgangsstufe fünf beginnen. Darum bietet das Gymnasium in Zusammenarbeit mit den örtlichen Grundschulen nun schon im dritten Jahr Hospitationswochen an: Viertklässler können eine Woche lang am ganz normalen Unterricht des Gymnasiums teilnehmen.

Weitere Informationen zur Schule und ihren Konzepten gibt es beim Tag der offenen Tür am Samstag, 25. Januar, 10 bis 13 Uhr. Mit großem Info-Programm und Gesprächsangeboten.

(RP)