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Katastrophale Zustände - Hermann Berger fordert Straßensanierung in Goch

Infrastruktur in Goch : Bürger fordert Straßensanierung in Goch

Hermann Berger aus Pfalzdorf kritisiert den Zustand der Gocher Straßen. Schon mehrmals hat er sich in dieser Sache an die Verwaltung gewandt. Jetzt befasste sich der Bauausschuss mit diesem Thema – nicht zu Bergers Zufriedenheit.

Wer in Pfalzdorf über die Straßen fährt, der benötigt gute Stoßdämpfer. Das weiß auch Hermann Berger. Der 65-Jährige beklagt den Zustand etlicher städtischer Straßen und Wege dort. Die Reuterstraße zum Beispiel. Oder die Lange Straße. Auch die Kuhstraße sei betroffen. Vor allem aber die Landwehrstraße. „Sie ist in einem katastrophalen Zustand“, fasst Berger zusammen. Aus diesem Grunde hat er sich an die Verwaltung gewandt. Genauer gesagt hat er seinem damaligen Klassenkameraden und heutigen Bürgermeister der Stadt Goch, Ulrich Knickrehm, eine E-Mail geschrieben.

Das war im Mai 2019. Nun, rund acht Monate später, hat das Thema über den Umweg Vermögensbetrieb Goch die Politik erreicht. Im Bauausschuss diskutierten die Mitglieder über die sogenannte „Anregung an den Rat der Stadt Goch entsprechend §24 der Gemeindeordnung NRW sowie nach § 6 der Hauptsatzung der Stadt Goch“. Berger fordert: Der Rat der Stadt Goch soll die Verwaltung beauftragen, zeitnah zu ermitteln, welche kommunale Straßen nur nach einem kompletten Neuausbau befahren werden können und welche Kosten dafür nach heutigem Stand zu veranschlagen sind. Ferner soll ein Zeit- und Finanzierungsplan für die Neuerrichtung solcher Straßen erstellt werden. Des weiteren soll ein Reparaturplan für kommunale Straßen erstellt werden. Zuletzt sollen Straßen, die nicht mehr sicher befahrbar sind, durch entsprechende Hinweisschilder gekennzeichnet werden.

Hermann Berger hat einen Antrag gestellt. Foto: Julia Lörcks

Die Mitglieder des Bauausschusses stimmten trotzdem einstimmig dagegen. Nicht, weil sie gegen das Thema an sich sind. Im Gegenteil: Ludwig Kade (ZIG) sagte: „Ich fahre sechs bis acht Mal in der Woche über die Landwehrstraße. Sie ist schlichtweg marode.“ Walter Meischner (CDU) ergänzte: „Pfalzdorfs Straßen sind seit 1995 Thema, schon damals gab es dazu einen Motto-Wagen im Karneval. Dieser Antrag trifft ins Schwarze.“ Dennoch möchten die Mitglieder wie auch die Verwaltung die Bestandsaufnahme eines externen Dienstleisters abwarten.

Vor allem die Landwehrstraße ist nach Meinung von Berger eine Katastrophe. Foto: Julia Lörcks

Zum Hintergrund: Ende 2019 wurden 130.000 Euro in den Haushalt eingestellt. Mit diesem Geld soll ein externes Büro beauftragt werden, für Goch ein Konzept für die ländlichen Wege zu erstellen. Das sind immerhin 250 Straßenkilometer. Weitere 250 Kilometer Stadtstraßen kommen hinzu. Mit den Plätzen und Verkehrsanlagen haben diese einen buchhalterischen Wert von fast 50 Millionen Euro. „In diesem Konzept werden nicht nur alle ländlichen Wege und ihre Zustände erfasst, es beinhaltet auch Handlungsempfehlungen und Priorisierungen“, erklärt Wolfgang Jansen, Geschäftsführer des Vermögensbetriebes, und ergänzt: „Nur mit so einem Konzept können wir Fördertöpfe des Landes anzapfen.“ Bislang kauft die Stadt Goch jährlich für 50.000 Euro Splitt und Bitumen ein. Wie viel Geld insgesamt pro Jahr für den Erhalt der Straßen ausgegeben wird, lässt sich nach Angaben von Jansen nicht genau ermitteln.

Berger ist enttäuscht. Er fühlt sich auf die lange Bank geschoben. „Mit Millionenkosten kann man natürlich keine Wahl gewinnen“, sagt Berger. Tatsächlich befasst sich das Team von Jansen derzeit mit der Ausschreibung. Nach der Vergabe erwarte er in der zweiten Jahreshälfte das Konzept.