Kalkar: St. Nicolai zeigt seine Schätze auch in Köln

Kalkar : Nicolai zeigt seine Schätze auch in Köln

Diverse Kunstgüter des frühen Meister Arnt von Kalkar und Zwolle sind ab 1. April im Kölner Museum für mittelalterliche Kunst zu sehen.

(AvD) Küster Roland van Weegen hat derzeit viele Termine abzustimmen in Sachen Kalkarer Kunst. In Hanselaer und Wissel wurde im Auftrag des Bistums eine Woche lang eine kleine Reinigung durchgeführt und eine Analyse der notwendigen Restaurationen. So glänzen das Hochkreuz und der Hochaltar in der 500 Jahre alten Hanselaerer Dorfkirche.

Restaurator Jens Hofmann, der dort auch kürzlich das Antoniusbild aufgefrischt hat, Marc Peez vom Landschaftsverband Rheinland und Reinhard Karrenbrock haben sich in St. Nicolai zusammen mit Guido de Werd und dem Leiter des Schnütgen-Museums Köln schon diverse Kunstgüter des frühen Meister Arnt von Kalkar und Zwolle angesehen, die ab 1. April im Kölner Museum für mittelalterliche Kunst zu sehen sein werden in einer überregionalen und länderübergreifenden Meister-Arnt-Schau. Nicht allen Kalkarern ist aufgefallen, dass der Georgsaltar links neben dem Zelebrationsaltar schon seit Wochen fehlt und im Schnütgenmuseum dafür grundlegend restauriert wird. Die Nikolaus-Bruderschaft, die die Gästebetreuung und Gästeführung in St. Nicolai das Jahr über organisiert, durfte zu Fachgesprächen und zur Nahbetrachtung kürzlich dem Restaurator in Köln bei einem hochinteressanten Besuch über die Schulter schauen. Zudem werden jetzt viele kleine Reststücke aus der 2000er Umgestaltung bei näherem Hinsehen an vielen Stellen im Georgsaltar zugefügt z.T. anhand einer ganz frühen Aufnahme aus dem Jahre 1868. Im Gegenzug zogen in dieser Woche die Amsterdamer Monstranz, ihre Transportkiste und das fast 100 Kilogramm schwere Epitaph mit dem Kreuzigungsbild nach einem Jahr Exil in der früheren Heimat Amsterdam wieder in St. Nicolai ein. Unter der Orgelbühne findet das ausdrucksvolle Bild wieder seinen Platz. Auch dieses Bild konnte mit Hilfe der Leihnehmer Rijksmuseums Amsterdam und der Oude Kerk Amsterdam durch eine hervorragende niederrheinische Restauratorin wieder zu altem Glanz gebracht werden. Alle, die dieses Bild und die gereinigte fast ein Meter hohe Silbermonstranz dort in den Ausstellungen im Rahmen des Gedenkens 80-jähriger niederländischer Krieg 1568-1648 in Amsterdam bereits gesehen haben, wissen um die Schönheit dieser Exponate. Gut behütet und durch die Nikolaus-Bruderschaft bewacht sind diese Schätze nun wieder allen Besuchern des Herbstes und Winters zugänglich: Die Monstranz hat im Gegensatz zu früher nun erst einmal einen prominenten Platz in der Schatzkammer in einer großen gläsernen Vitrine gefunden.

Neu ist für die Besucher ferner die Möglichkeit, die durch die Volksbank maßgeblich unterstützt wurde: In der Passionskapelle kann man mittels eines Bildschirms eine halbstündige Nahaufnahmen-Präsentation des Hochaltars, des Sieben-Schmerzen-Altars und des Georgs-Altars verfolgen: Gerade die ausdrucksvollen Gesichter, die mittelalterlichen Schuh- und Kleidungsmoden und die Gesten der geschnitzten und gemalten Figuren werden so noch einmal in ein deutlicheres Licht gestellt. Brigitte Hell hat in einigen tausend Aufnahmen diese Möglichkeit geschaffen, die hohe Anerkennung verdient. Karl Braam und Heinz Heyl freuen sich über Interessierte, die die Arbeit der Kirchenwache und der Kirchenführungen mit tragen möchten. Die vielen sehenswerten Kunstgegenstände von St. Nicolai verdienen dieses ehrenamtliche Engagement. Der Förderverein unter der Leitung von Karl Ludwig van Dornick hat sich auf seiner Sitzung auf die weitere Verwirklichung der Fenster von Karl Martin Hartmann konzentriert, von der im nächsten Jahr weiter die Rede sein wird. Vermehrt werden Fensterführungen in Kalkar angefragt.

(AvD)