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Kalkar: „Canto ostinato“ von Simeon ten Holt ist in der St.-Nicolai-Kirche zu hören

Konzert in Kalkar : Ein Avantgardist in der Kirche

„Canto ostinato“ von Simeon ten Holt ist in der St.-Nicolai-Kirche zu hören.

Kantor Jan Szopinski lädt zu einem besonderen Sommerkonzert in die St.-Nicolai-Kirche Kalkar ein: An drei Flügeln kommt dort das Werk „Canto ostinato“ des niederländischen Avantgardisten Simeon ten Holt (1923–2012) zu Gehör, eine minimalistische Komposition mit variabler Länge und Struktur aus wunderschönen Klangfeldern von Harmonie.

Das Konzert dauert rund eineinhalb Stunden, in denen die grenzgängerischen Pianisten Dorothea Schokking (Niederlande), Theo de Best (Niederlande) und Christa Kneppeck (Goch) in die sinnbetörenden, zeit- und raumentrückten Klangfelder des Simeon ten Holt entführen. „Canto ostinato“ wird als „hinreißende Meditation über das Leben, das ewige Werden und Wiedervergehen“ beschrieben. In ihrer offenen und nackten Tonalität beginnt die gemeinsame Reise mit dem „Canto“, der im Miteinander der drei Pianisten vollkommen frei (aber nicht improvisatorisch) bewegt und fortgeführt wird. Es geht dabei ausdrücklich um „Wohlklang“ in einer beinahe klassisch anmutenden, nicht atonalen Harmonik im Laufe eines Prozesses; die Komposition ist architektonisch fest, bietet aber in Wiederholung, Echo und Ausarbeitung der Töne und Harmonien viel Freiheit.

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Jan Szopinski betont, wie großartig genau dieses besondere Projekt in die St.-Nicolai-Kirche mit den zwei neuen Kirchenfenstern passt, wie die Lichtverhältnisse durch alle Fenster und die Deckenbeleuchtung in die Abenddämmerung hinein zur Atmosphäre beitragen werden. Schokking ist sich sicher, dass das Publikum den Höhepunkt des Werkes spüren wird; es verströmt eine wohltuende, fast meditative Stimmung im äußeren und inneren Raum. Für die drei Flügel sorgt Klavierbaumeister Georg Neinhuis, ohne dessen Einsatz dieses Projekt nicht umzusetzen wäre – ein Flügel wird im Hauptgang stehen, zwei in den Seitenschiffen, das Publikum platziert sich darum. Das Besondere: Es ist ausdrücklich erwünscht, dass man sich zum Erleben der Veränderung der Akustik und des Kirchenraumes erhebt und bewegt, die Farben der Kirchenfenster ebenso wie die Klänge auch in der Bewegung auf sich wirken und eine emotionale Bedeutung zulässt. In den Niederlanden gehört diese faszinierende Komposition zu den meistgespielten und -geliebten der zeitgenössischen Musik. „Wir möchten für das Werk eine Lanze in Deutschland brechen, damit es nicht mehr nur Geheimtipp bleibt“, so Kneppeck.

Die Geistliche Abendmusik in St. Nicolai in Kalkar ist bekannt für Konzerte mit Programmen von Musikern aus ganz Europa. Über 80 Konzerte haben dort bereits stattgefunden.

Das Sommerkonzert der Geistlichen Abendmusik findet am Samstag, 6. Juli, um 20 Uhr in der St.-Nicolai-Kirche in Kalkar statt. Der Eintritt ist wie gewohnt frei; um eine Kollekte am Ausgang wird freundlich gebeten.