Jubiläumsfest in Goch-Hommersum

Jubiläumsfest in Goch-Hommersum : 900 Jahre Hommersum

Das älteste Dorf im Stadtgebiet von Goch feierte eine Woche lang seinen runden Geburtstag. Alle Veranstaltungen verzeichneten hohe Besucherzahlen.

"Man kann 900 Jahre alt werden und trotzdem super feiern." Mit diesen Worten beschrieb Wolfgang Spreen, Landrat des Kreises Kleve, seine Eindrücke während seiner Rede beim offiziellen Festakt zum 900. Geburtstag der Gemeinde Hommersum. Er gratulierte zum "beeindruckenden" Jubiläum des ältesten der Gocher Ortsteile und schloss mit den Worten: "Hommersum lebt und hat Zukunft."

Mit einem Handabdruck konnten sich die Hommersumer verewigen. Foto: Evers Gottfried

Das Organisationsteam unter der Leitung von Heinrich Deryck hatte die Feierlichkeiten an drei Haupttagen festgemacht. Gestartet wurde mit einem Jubiläumshochamt in der St.-Petrus-Kirche, wenige Tage später feierte man den offiziellen Festakt. Am Pfingstsonntag fand als Abschluss der große Handwerker- und Trödelmarkt statt, bei dem nicht nur die 510 Einwohner von Hommersum auf den Beinen waren, sondern das Vielfache dieser Zahl sich aufmachte, 100 Attraktionen an über 60 Ständen zu erleben. Erlesene Trödelstände säumten die gesamte Huyskensstraße. Wandteller, Tischdecken, handgemachte Patchwork-Decken, Keramik, Vergessenes und Wiederentdecktes, wohin das Auge sah. "Die meisten Aussteller stammen aus einem Radius unter 10 Kilometern, das war uns wichtig", betonte Heinrich Deryck.

Zeit zum Klönen über die alten Zeiten gab es reichlich beim Dorffest. Foto: Evers Gottfried

Kam man mit den "Trödlern" ins Gespräch, erfuhr man, dass der Handel mit alten Sachen boomt. "Indisch Blau" ist ein über alle Zeiten hinweg beliebtes Porzellan. "Manche Kollegen erkennen schon an der Zeichnung, welcher Hersteller das ist", sagte Karin Stromberg aus Goch. Über Zeitungsannoncen kauft sie ihre Waren zum Beispiel aus Haushaltsauflösungen. Bei Trödelmärkten mitzumachen hat für sie etwas Geselliges. Und obendrein bringe das Hobby auch manchmal etwas ein. Mit allem, was Hommersum prägt, versah Keramik-Künstler Pieter Arts aus Ottersum einen umgestülpten Blumentopf. Die Kirche St. Petrus, das alte Patronatshaus, der Heilige Sankt Petrus, ein Trecker und Ähren, die für das besonders beliebte Hommersumer Erntedankfest stehen, modellierte er in Ton, was allerdings in der bereits sommerlichen Sonnenhitze etwas schwierig war.

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Kühle Getränke gab es auf dem Vorplatz der Gaststätte Evers - so nennt sie aber niemand. Es heißt "bei Regi" alias Regina Evers, 86-jährige Wirtin des einzigen Dorfgasthauses. Das ist bei allen großen Events wie Oldtimertreff oder Erntedank Dreh- und Angelpunkt. So auch bei der 900-Jahrfeier. Sehr viele Besucher besichtigten hier die Ausstellung zur Geschichte des Dorfes. Franz Urselmans, Dorfhistoriker aus Leidenschaft und Autor von "Hommersum frugger", stellte mit seinem Team über 500 Fotos zu verschiedenen Themen zusammen.

"Es hat viel Spaß gemacht", sagt Manfred Kotters vom Heimatverein über die Vorbereitungen zur Festwoche. Es habe einfach jeder mit angepackt, das sei das Besondere gewesen. Das Miteinander bei der Organisation hob auch Heinrich Deryck in seiner Rede beim offiziellen Festakt hervor. "Ich möchte keine Namen sagen, sondern einfach nur ein großes "Danke" an alle. Wir haben in dieser intensiven Zeit viel gelernt", sagte er. Auch der Zuspruch bei den einzelnen Veranstaltungen habe die Erwartungen übertroffen. Zum Festakt hatte man 150 Gäste erwartet, 350 hatten sich schließlich angemeldet.

(ath)