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Goch: Jeden Monat neue Kunst an der Wand

Goch : Jeden Monat neue Kunst an der Wand

Seit 1993 gibt Konrad Stüven von der Gocher Art Connection den Kalender mit Werken von zwölf Künstlern heraus.

In dem großen Kamin knistern die Holzscheite, ein Radio dudelt im Hintergrund. Auf dem langen und sehr breiten Tisch, der fast den ganzen Raum einnimmt, stapelweise Blattwerk: weiße Papierblätter, Pappen und jene rauen, dicken Blätter mit ihrer besonderen Haptik für den Kalender. Mächtige gusseiserne Bügeleisen aus der stromlosen Zeit des vorvorigen Jahrhunderts dienen als Beschwerer, die frisch verleimten Blätter des Kalenders zu halten, bis der Leim trocken ist. Drumherum ein ebenso geordnetes wie chaotisches Sammelsurium - Papierstapel, Dosen, Lettern, Stifte und Lineale, Fundstücke, Keramiken. Leere Flächen gibt es im einst geräumigen Anbau der Gründerjahrevilla an der Weezer Straße in Goch nicht.

 Juni: Aloys Cremers ist ein Fan der Musketiere. Wilfried Porwoll: das Hunde-Jahr im Februar. Juni: Aloys Cremers ist ein Fan der Musketiere. Wilfried Porwoll: das Hunde-Jahr im Februar.
Juni: Aloys Cremers ist ein Fan der Musketiere. Wilfried Porwoll: das Hunde-Jahr im Februar. Juni: Aloys Cremers ist ein Fan der Musketiere. Wilfried Porwoll: das Hunde-Jahr im Februar. Foto: mgr

Es geht wieder auf die Zielgerade für den Kalender der Gocher Art Connection, der jedes Jahr Kunst für Jedermann "unters Volk" bringt. Die Zwölf Blätter werden von zwölf Künstlern aus der Region gestaltet. Der Drucker, Lehrer und Ex-Dozent der Uni Duisburg-Essen, Konrad Stüven, druckt seit 1993 die Schnitte und Stiche der Künstler auf seiner alten Heidelberger Druckmaschine, einem Ungeheuer aus schwarz lackiertem Stahl, Chrom und unendlich viel Mechanik. Es steht in der Kälte in der Kammer nebenan, denn der Kamin heizt so gerade den Raum um den großen, breiten Tisch. Zusammen mit Anne Betton fügt der Drucker die auf 250 Exemplare limitierte Auflage zusammen: Das Kalendarium muss eingeklebt, die Kalenderblätter mit einem festen Scharniergewebe an das Passepartout geklebt werden, das Impression mit den Namen der zwölf Künstler kaschiert das Scharnierpapier, ein Gummiband hält das Ganze zusammen. Dann festes Packpapier drum - und fertig ist der Kalender zur Auslieferung. Zu kaufen gibt es den Kunstkalender für 75 Euro in Kleve in der Buchhandlung Hintzen oder bei Konrad Stüven direkt (Tel.: 0 28 23 80 307, www.artconnection-goch.de. Das Geld dient der Finanzierung des Kalenders 2019. Das funktioniert, weil Künstler und Drucker ohne Honorar arbeiten.

 Die Würfel von Günther Zins rollen im September. Elisabeth Schink schuf eine Libelle - das April-Blatt. Die Würfel von Günther Zins rollen im September. Elisabeth Schink schuf eine Libelle - das April-Blatt.
Die Würfel von Günther Zins rollen im September. Elisabeth Schink schuf eine Libelle - das April-Blatt. Die Würfel von Günther Zins rollen im September. Elisabeth Schink schuf eine Libelle - das April-Blatt. Foto: Matthias Grass
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Es sind sehr unterschiedliche Blätter in diesem Jahr dabei - der Bildhauer Günther Zins lässt seine Würfel über einen silber-stahlfarbenen Fond rollen. In die Farbe hat der Drucker wieder Eisenspäne eingearbeitet - ist Edelstahl doch Zins' bevorzugtes Material. Wieder dabei auch Elisabeth Schink vom Projektraum-Bahnhof25 in Kleve. In diesem Jahr schwirrt eine elegante Libelle übers Blatt, 2016 war's eine dicke Biene. Christophe Carbenay aus Porta Westfalica hat einen wunderbar bunten Vogel ins Passepartout gesetzt. Das Besondere: Jedes seiner Blätter ist nicht nur nummeriert und signiert, es hat auch eine individuelle Bleistiftskizze eines lustigen Vogels unter dem Druck.

Aloys Cremers outet sich nicht nur als Künstler, sondern mit dem Blatt D'Artagnan auch als Freund der Musketiere. Es sind geradezu realistische Blätter dabei wie der Holzstich von Wilfried Porwolls Hunden zum chinesischen Kalender oder abstrakte Blätter wie das von Andrea Much oder das starkfarbige von Arno Beijk.

Damit bietet die Art Connection auch 2018 wieder jeden Monat neue Kunst auf der Wand.

(mgr)