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Goch: Invasion der Schnecken

Goch : Invasion der Schnecken

Kranenburg Nur eine tote Schnecke ist eine gute Schnecke! Zumindest, wenn es sich um die spanische Wegschnecke handelt, die niederrheinische Gartenbesitzer zur Verzweiflung treibt. Was tun, wenn die Nacktschnecken sich im Beet breitmachen? Darüber sprach RP-Redaktionsmitglied Lena Verfürth mit Martin Glöckner von der NABU-Naturschutzstation in Kranenburg.

Warum gibt’s so viele Schnecken?

Martin Glöckner Weil sie sich offensichtlich hervorragend vermehren konnten. Im Frühjahr war es feucht genug, es gab genügend Grünfutter. Die spanische Wegschnecke ist in den 60er Jahren eingeschleppt worden. Diese Schnecke hat nicht viele Feinde, zum Beispiel den Igel, den Graureiher und gelegentlich Enten. Aber das reicht nicht aus.

So eine Schnecke isst doch nicht viel – aber was können hundert anrichten?

Glöckner Die haben schon einen ordentlichen Kahlfraß, die können in einer Nacht ein ganzes Salatbeet leerfegen, es entsteht schon ein deutlicher Schaden. Die neue Schneckenart liebt die Tagetes, auch Studentenblume genannt. Sie frisst auch Aas und Abfall, aber am liebsten frische Pflanzen.

Was kann man tun? Salzen?

Glöckner Nein, das ist Tierquälerei und versalzt den Boden – das ist auch den Pflanzen nicht zuträglich. Man hat drei Möglichkeiten: Man kann sie absammeln und mit heißem Wasser überbrühen, das geht schnell. Oder man kann sie mit einem Spaten durchstechen. Die dritte Möglichkeit empfiehlt sich nur bei einem größeren Garten: Man schafft sich indische Laufenten an, die fressen gerne wochenlang nichts anderes. Dann muss man allerdings seinen Salat schützen! Bierfallen und Co. bringen dagegen überhaupt nichts. Einsammeln und Aussetzen löst das Problem leider auch nicht. Besser, man tötet sie.

Was ist mit dem momentan sehr beliebten Schneckenkorn?

Glöckner Schneckenkorn scheint ebenfalls keine gute Alternative zu sein, weil man damit Giftstoffe im eigenen Garten auslegt. Diese wirken unspezifisch auf alle Schneckenarten (auch die Weinbergschnecken) und werden zudem über die Schnecken auch von anderen Tieren aufgenommen. Der NABU empfiehlt allgemein, einen Sägemehl- oder Kalkgürtel um zu schützende Pflanzen zu legen.

Vielen Dank für das Gespräch!

(RP)