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Insektarium im Tierpark Weeze ist ein Besuchermagnet

Natur in Weeze : Was krabbelt denn da?

Rieseninsekten im Insektarium im Tierpark Weeze

Es ist der ganz besondere Tipp im Tierpark Weeze. Auf der Anlage gibt es ein Insektarium, in dem jede Menge Tiere aus der Welt der Insekten und Spinnen auf die Besucher warten. Wer alles sehen will, muss in den Terrarien ganz genau hinschauen. Nicht zu übersehen ist dagegen der größte Schmetterling der Welt, der hier ebenfalls zu finden ist.

Eine Sache kann Marie-Christine Kuypers gar nicht gut haben: Wenn Kinder beim Anblick der Krabbeltiere in den Terrarien angewidert das Gesicht verziehen. „Ich sag denen dann, ,Iiih’ ist hier schon mal gar nichts“, stellt die Tierparkleiterin zu Beginn der kleinen Führung im Insektarium klar. „Die Tiere sehen hier vielleicht ungewöhnlich aus, das ist aber kein Grund, sich vor ihnen zu ekeln“, sagt sie.

Und dass sich wirklich niemand vor den Insekten fürchten muss, zeigt sie wenige Augenblicke später. Ein Helfer holt eine unterarmlange Stabheuschrecke aus dem Terrarium, das grasgrüne Rieseninsekt klettert auf langen Beinen von seinem Arm auf den Hand der Tierpark-Chefin. Wenig später krabbelt auch etwas auf ihrem Rücken, als die nächste Heuschrecke aus dem Behälter genommen wird. Als dann sogar drei langbeinige Gesellen an der jungen Frau herumkraxeln, verliert der Besucher so langsam etwas den Respekt vor dem ungewöhnlichen Getier. Und es klingt auch nicht mehr so beunruhigend wenn der Tierpark-Mitarbeiter dem Reporter lachend zuruft „Der hier scheint sie gern zu haben“. Bevor er dann im letzten Moment eine der Heuschrecken daran hindern kann, auf den Nacken des Besuchers zu kriechen.

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Langweilig ist es auf keinen Fall in dem kleinen Raum des Tierparks, in dem Totenstille herrscht, wenn sich die Besucher nicht gerade unterhalten. Zu vernehmen ist dann nur das leise Ticken der Uhr an der Wand, aus der Ferne ist das Blöken der Schafe aus dem Gehege draußen zu hören. Die Tiere hier im Insektarium leben in absoluter Stille. Das Thermometer zeigt konstant um die 23 Grad an, das Barometer steht auf „schön“. Ideale Bedingungen für die Krabbeltiere.

Der Raum ist damit auch so etwas wie die Ruheoase im Trubel des immer gut besuchten Tierparks. Die Insekten hier wollen entdeckt werden, verlangen die ganze Aufmerksamkeit der Besucher. Wer nur einen flüchtigen Blick in die Terrarien wirft, wird kaum erkennen ob da ein Blatt am Baum hängt oder ob das nicht doch ein lebendes Tier ist.

Ganz oben über den Glasbehältern hängt ein Riesenschmetterling, völlig frei außerhalb der Terrarien. Der Atlasspinner hat Ausgang, lautet die simple Erklärung. Der Gigant mit einen Spannweiter von 25 bis 30  Zentimetern ist der größte Schmetterling der Welt. Aber nachtaktiv. Also bewegt er sich tagsüber konsequent nicht vom Fleck, bleibt regungslos am Zweig hängen oder lässt sich von Marie-Christine Kuypers auf die Hand nehmen.

Wie viele Tiere tatsächlich momentan im Insektarium leben, weiß keiner so genau. Oft gibt es Nachwuchs, teilweise werden Tiere mit anderen Anlagen getauscht. Und der ein oder andere Geselle entwischt auch schon mal und macht sich unbemerkt aus dem Staub.

Wer bei dem Gedanken jetzt zusammenzuckt, dem gibt die Tierparkleiterin ihren Grundsatz mit auf den Weg: „Iiih, ist hier schon mal gar nichts.“