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Ingrid Karsten und Paul Goossens stellen im Kesseler Haus am See aus

Haus am See : Der Zauber von Farben und Form

Die Gocher Künstler Ingrid Karsten (Malerei) und Paul Goossens (Skulpturen) zeigen in ihrer zweiten Gemeinschaftsausstellung im Kesseler Haus am See zwei Tage lang neue Werke. Die Eröffnung ist am nächsten Samstag durch Bürgermeister Ulrich Knickrehm.

Sie arbeiten mit verschiedenem Material und gehen auch unterschiedliche Wege im kreativen Prozess. Aber sie stellen gemeinsam aus und tun es nun zum zweiten Mal. Die Gocher Malerin Ingrid Karsten und Paul Goossens, der Skulpturen aus Holz fertigt, melden sich zurück mit ihrer zweiten Doppelausstellung im Haus am See in Kessel am nächsten Wochenende 13. November und 14. November mit dem Titel „Malerei, Spiel mit den Farben“ und „Ästhetische Formen, von weichen Formen zu Pifagor und Bauhaus.“ Für beide Künstler war die Corona-Pause keine Pause, sondern eine intensive Schaffenszeit.

70 neue Werke von Ingrid Karsten werden zu sehen sein, darunter neue Themen, wie zum Beispiel Tiere, Frauenköpfe, Akte. Geblieben ist der Hang zum großen Format. „Das große Format bietet einfach den Platz, meiner Fantasie freien Lauf zu lassen“, erklärt sie. Gerade ihre abstrakten Bilder bestehen aus vielen Schichten verschiedener Materialien: Marmormehl, Shellack, Zement, Sand, Acrylfarben, Lack, Moorlauge. „Es entstehen Farben und Strukturen, die mich im Malprozess immer weiter inspirieren“, erläutert sie. Während sie male, trete sie in einen Dialog mit dem Bild, sie tauche in eine andere Welt, die auch chaotisch sein könne, dann wieder zu einer neuen Ordnung finde. Ihre abstrakten Landschaften zeigen subtile Nuancen in Farbe und Struktur, der Betrachter entdeckt Ebenen, Lichtpunkte und Wegzeichen für die Gedanken. Die Inspiration, neuerdings Tiere zu malen, erhielt sie im Urlaub auf Mallorca.

  • Diese Skulptur ist Teil der Ausstellung.⇥Foto:
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So entstanden für die aktuelle Ausstellung flammende Tigerköpfe mit ausdrucksstarken Umrissen, ein Stier in rasendem Lauf, ein blauer Elefant oder das Porträt eines Affen, dessen Augen den Betrachter nachdenklich anschauen, wo immer er sich im Raum auch befindet. Frauenköpfe finden sich mal skizzenhaft nur mit Tusche oder in vielfarbiger Abstraktion. Ein symbolträchtiges Frauenporträt besteht aus zwei Bildern, zeigt in sich verschiedene Gesichter, der Blick schaut in verschiedene Richtungen. Die Initialzündung ihrer Leidenschaft für das Malen erhielt Ingrid Karsten vor über 30 Jahren in einem Malkurs bei Minoe Gedina in Kevelaer. „Ich wusste schon nach 30 Minuten: das will ich machen.“ Die Magie der Farben habe sie seither nicht losgelassen.

Während Karsten ein Bild sozusagen im Prozess ihrer Arbeit daran entstehen lässt, macht Paul Goossens für seine Holzskulpturen vorher akribische Zeichnungen, Skizzen, Berechnungen. 16 neue Werke werden von ihm zu sehen sein, die sich in drei Serien gliedern: „Rund“, „Pifagor“ und „An Bauhaus“. Wie Goossens erläutert ist Pifagor der russische Name für den antiken Philosophen Pythagoras. Dass er gerade die russische Version wählte, hat einen Bezug zu dem in Goch lebenden russischen Künstler Alexander Danov, der seit vielen Jahren Goossens Lehrer und Mentor ist. Neu entdeckt hat Goossens nun seine Begeisterung für den europäischen Konstruktivismus in Verbindung zum Bauhaus. Seine Skulpturen dazu strahlen große Klarheit und harmonische Statik aus. Er verwendet hauptsächlich Eichenholz, verarbeitet aber auch Metall und Glas. Begonnen hat er mit alten Weidepfählen, denen er neue Formen gab. Die Weidepfähle kombiniert er mit Dreieck, Quadrat und Kreis nun als „Mathematische Elemente im Raum“ oder zeigt sie als „Eichenspiel“. Immer wieder sind Kreise und Rundungen Thema. Mal gibt er ihnen Bewegung, mal ausgewogene Ruhe. Nach einer Ausbildung zum Schornsteinfeger machte Goossens eine Weiterbildung zum Bautechniker und war lange Jahre Mitarbeiter beim Gocher Bauamt. Beide Künstler freuen sich, wieder gemeinsam auszustellen. Sie danken „Haus am See“, die  großzügigen Räumlichkeit nutzen zu dürfen.