Infoveranstaltung im Gocher Hospital zum Thema COPD

Goch : COPD: Die Atemnot in Goch bekämpfen

Patienten im Wilhelm-Anton-Hospital profitieren von interdisziplinärer Zusammenarbeit der Lungenexperten.

(RP) Mit etwa 200 Millionen Betroffenen zählt COPD zu den häufigsten Erkrankungen weltweit. In Deutschland sind geschätzt mehr als zehn Prozent der Erwachsenen über 40 Jahren von der „chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung“ betroffen. COPD ist bislang nicht heilbar. Im Wilhelm-Anton-Hospital Goch profitieren jährlich mehrere hundert Patienten von der interdisziplinären Zusammenarbeit erfahrener Lungenexperten.

„Täglicher Husten ist meist das erste Anzeichen der Erkrankung“, erläutert Dr. Paul-Georg Behler, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin – Pneumologie, Allergologie, Schlaf- und Beatmungsmedizin, Umweltmedizin. „Zu Beginn tritt er vor allem morgens auf. Im Laufe der Zeit wird er immer häufiger, hartnäckiger und schlimmer.“ Dazu kommt Atemnot: Sie macht sich am Anfang der Erkrankung meist nur bei körperlicher Belastung bemerkbar, typischerweise beim Treppensteigen oder Fahrradfahren. „Bei fortgeschrittener Krankheit sind die Betroffenen bereits in Ruhe kurzatmig und haben das Gefühl, nicht genügend Luft zu bekommen“, so Behler.

Die aussagekräftigste Untersuchung zur Diagnose der COPD ist die Lungenfunktionsprüfung (Spirometrie). Sie ist einfach durchzuführen und schmerzlos. Das Verfahren gibt Auskunft über Funktions- und Leistungsfähigkeit der Lunge, somit auch über eventuelle Einschränkungen. „Die Untersuchung erlaubt außerdem, den Schweregrad der COPD zu bestimmen und sie von anderen Erkrankungen zu unterscheiden“, so Behler. Zur interdisziplinären Koordination der COPD-Behandlung gibt es im Wilhelm-Anton-Hospital eine Emphysemkonferenz. Experten aus Pneumologie, Thoraxchirurgie, Radiologie und Physiotherapie beraten wöchentlich Diagnosen und Therapieansätze. „Von dem intensiven Austausch der Mediziner profitieren die Patienten ganz immens“, weiß Dr. Andre Stobernack, Chefarzt der Klinik für Thoraxchirurgie. Die Therapie der COPD ist abhängig vom Schweregrad der Erkrankung. 80 bis 90 Prozent der Betroffenen waren oder sind Raucher. Ein Rauch-Stopp ist deshalb immer ein erster Schritt der Therapie. Es folgen die Anpassung der Ernährungsgewohnheiten und eine geeignete Physiotherapie. „Sport spart Medikamente“, betont Behler. Eine medikamentöse Therapie kann im weiteren Verlauf helfen, die Bronchien zu erweitern und Entzündungsprozesse zu stoppen.

Eine weitere Therapie-Möglichkeit: die Lungenvolumenreduktion. Ein chirurgischer Eingriff liefert derzeit die besten Ergebnisse. Der Eingriff gehört zu den Routinen des thoraxchirurgischen Teams im Wilhelm-Anton-Hospital. Dabei werden entzündete und überblähte Lungenabschnitte, die irreversibel geschädigt sind, entfernt. „Wir können die Lebensqualität der Patienten immens verbessern“, so Chefarzt Dr. Andre Stobernack. Zunehmend kommen in der Therapie auch endoskopische Verfahren wie Ventile oder Drahtspangen (Coils) und physikalische Verfahren wie heißer Dampf zum Einsatz. Die erfahrenen Mediziner fassen zusammen: „Entscheidend ist, für jeden Patienten das individuell geeignete Verfahren zu ermitteln.“

Bei der Infoveranstaltung im Wilhelm-Anton-Hospital informieren die Experten am Mittwoch, 18. September, ab 15 Uhr zu Ursachen, Symptomen, Diagnose.

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