Uedem-Keppeln: In Keppeln ist Jamaika möglich

Uedem-Keppeln: In Keppeln ist Jamaika möglich

Der Rosenmontagszug im Queekendorf war manchmal politisch, dann wieder ganz lokal und fast immer knallbunt. Tausende Narren am Straßenrand feierten mit den 32 Wagen und Fußgruppen. Besonders laut wurde es an der Kirche.

Mit dem Rosenmontagszug durch das Dorf haben die Karnevalisten in Keppeln bei strahlendem Sonnenschein den Höhepunkt der diesjährigen Session gefeiert - zusammen mit tausenden bunt kostümierten Närrinnen und Narren aus der Region. Vom Straßenrand jubelten Minions und Märchenfiguren, Sträflinge, Polizisten und auch traditionelle Clowns den 32 Wagen und Fußgruppen zu und ließen sich mit Bonbons und Blumen beschenken. Für musikalische Klänge sorgten die Musikvereine König David Keppeln und Heimatklänge Uedemerbruch sowie das Tambourcorps Kehrum.

Fortuna Keppeln I hatte sich Robin Hood verschrieben. Foto: Evers Gottfried

Besonders laut waren die Helau-Rufe an der Kreuzung vor der Kirche, wo Dea Franken am Mikrofon die Zugteilnehmer begrüßte. Der erste Gruß ging dabei traditionell an den Elferrat der Queekespiere, der sich auf dem Narrenschiff seinen Weg durch das karnevalistische Volk bahnte. Passend dazu die Teenies, die in diesem Jahr als Matrosinnen auf der Bühne standen und in ihren Showtanz-Kostümen den trotz des Sonnenscheins kalten Temperaturen trotzten.

Die Kostüme der Tackerfreunde - zum Abheben schön. Aber nicht ganz leicht: Mehrere Kilo wiegt die Montur. Foto: Evers

Gleich mehrfach wurde es märchenhaft: Mit goldenen Wunderlampen verzauberte das Queekenballett die Jecken, als Sieben Zwerge war die Jugendgruppe Niedermörmter unterwegs und der Hein-Duck-Dich-Club feierte 25 Jahre Disneyland Paris. Stilecht mit einem riesigen Dornröschen-Schloss, das den Partybus zierte. Besonders schön ist, dass in Keppeln auch die lokalen Themen von den Gruppen aufgegriffen werden. Die Hobbyflexer erinnerten an die Einbruchserie, die das Dorf beschäftigt hatte. Mit einem besonders prachtvollen Wagen in Form einer alten Dampflok holten die Herren vom Totenhügel einen ICE-Halt in ihre Straße. "Rettung für die Deutsche Bahn - Technik wie vor 100 Jahren" hatte sie als Motto ausgegeben.

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Nach der Bundestagswahl waren die Jamaika-Verhandlungen gescheitert - dabei hätte das Land eine bunte Zeit erwartet, wie Die Neun Kümmerlinge bewiesen. An die Pleite von Air Berlin erinnerten gleich zwei Gruppen: Die Damen vom Totenhügel hatten das Ende der Fluggesellschaft - "Air Berlin ist ziemlich hohl, hilft Lufthansa zum Monopol" - ebenso umgesetzt wie der Reiterverein von Bredow mit einem riesigen Pappmaché-Flugzeug auf dem Wagen.

Phantasievoll präsentierten sich viele Fußgruppen. Besonders auffällig die Damen der "Tackerfreunde" mit bunt in der Sonne strahlenden Heißluftballonen. Ebenso bunt die Papageien vom Märchenwald und die "Village People", die passend zu ihrem Motto "Der Mais ist heiß" sogar eine Popcorn-Maschine auf ihrem Wagen zogen und die süße Nascherei an die Narren verteilte.

In die Zukunft blickte schließlich die Gruppe Hubert Helmig: "Frohe Ostern - wir sind die Ersten" grüßten sie die Narren. Vor dem Fest haben die aber sechs Wochen, um sich in der Fastenzeit von einer kurzen Session zu erholen, bis es in einem Jahr dann wieder durch die Straßen des Queekendorfes schallt: "Keppeln, Helau!"

(cbr)